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Donativprägung

Numismatische Bezeichnung für Münzen, die eigens zu Geschenkzwecken geprägt wurden und in der Regel nicht für den allgemeinen Geldumlauf gedacht waren. Der Ausdruck leitet sich vom lat. "donativum" ab, was den seit dem frühen 3. Jh. v. Chr. üblichen Brauch der Feldherrn (später der römischen Kaiser) bezeichnet, Geldgeschenke an verdiente Soldaten zu verteilen. Die Geldgeschenke stammten ursprünglich aus der Beute römischer Kriegszüge. Seit der Regierungszeit Cäsars konnten solche Belohnungen große Ausmaße annehmen, bis zu 24.000 Sesterze pro Kopf. Aber auch Aurei, Solidi und Bronze-Medaillons wurden als Donative verteilt.
In der Neuzeit wurden Donative meist in Form von wertvollen Silber- oder Goldabschlägen aus Taler- oder Dukatenstempeln oder eigens zu diesem Zweck hergestellten Stempeln geprägt. Sie dienten als Prämien für Kriegsdienste oder für Schützenfeste, als Geschenkgaben bei Hochzeitsfesten von Fürsten (Auswurfmünzen) oder zur Bestechung. Zu den berühmtesten Geschenkmünzen zählen die Goldstücke des polnischen Königs Sigismund III. (1566-1632). Sie reichen bis zu einem Gewicht, das 100 Dukaten entspricht. Sie sollen aus Beutegold stammen und dienten als Geschenke an seine Offiziere und den Hofadel. Auch die Danziger, Thorner, Salzburger und Siebenbürger Dukaten sind bekannte Geschenkprägungen. Die Hamburger Portugaleser werden gewöhnlich auch zu den Donativprägungen gezählt. Dazu zählt auch der silberne Pronkdaalder, den der spanische König Philipp II. (1556-1598) als Herzog von Geldern in den Niederlanden prägen ließ.