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Dreigröscher

Unter König Sigismund I. (1506-1548) nach dem Marienburger Rezess von 1528 für Polen, Westpreußen und Litauen eingeführte Silbermünze (2,34 g Feingewicht) zu 3 polnischen Groschen = 9 Schillinge = 59 Pfennige. Die Vs. zeigt das Porträt des Königs, die Rs. die typische lat. Wertbezeichnung GROSS(US) AR(GENTE) TRIP(LEX), zu deutsch dreifacher Silbergroschen. 
Diese guthaltigen Dreigröscher wurden in Schlesien, Brandenburg-Küstrin und im Herzogtum Preußen (Ostpreußen) beigeschlagen. Letztere stiegen im späten 16. Jh. im Wert auf zehn Schillinge, da Preußen sich weigerte, die polnische Münzverschlechterung nachzuvollziehen. Dort wurden sie umgangssprachlich als Zehnschillinger bezeichnet.
Im frühen 16. Jh. gab es schon eine Diskussion um eine Münzreform zwischen Polen und dem zu Polen gehörigen Westpreußen, an der sich auch Nikolaus Kopernikus als Vertreter von Ermland beteiligte. Das zwischen Westpreußen und Ostpreußen gelegene Ermland wurde geradezu von polnischen und preußischen Münzen überschwemmt, was zur schnellen Geldentwertung führte. Die Vereinheitlichung des Geldwesens durch König Sigismund hatte die Übernahme des schlechten polnischen Münzfußes auch für Preußen zur Folge. Der Protest dagegen berief sich auf drei geldtheoretische Schriften des Nikolaus Kopernikus (1473-1543), der in "Monete Cudende Ratio" (1526) die Einführung einer Kupferwährung für Preußen befürchtete. Schon damals postulierte Kopernikus praktisch das erst später nach Thomas Gresham benannte Gesetz, dass das guthaltige immer vom schlechthaltigen Geld verdrängt wird. Außerdem nahm er in Teilen schon die Quantitätstheorie vorweg, indem er den Wert der Münzen in ein Verhältnis zur geprägten Menge (Quantität) setzte. Als in der Auseinandersetzung mit dem polnischen König der Erfolg ausblieb, zog sich Kopernikus aus der Öffentlichkeit zurück und widmete sich der Erforschung des Sonnensystems. Als Begründer des heliozentrischen Weltbilds ging Kopernikus in die Geschichte ein.
Die Kontroversen um die Münzreform zeigten geschichtliche Nachwirkungen: Als der polnische Münzfuß 1558 zum ersten Mal (um 13,6%) abgewertet wurde, übernahmen Westpreußen, Ostpreußen, das Ermland und die Städte Thorn, Danzig und Elbing den verschlechterten Münzfuß nicht mehr. Im Laufe des 16. Jh.s. verschlechterte sich der polnische Dreigröscher zur Billonmünze und wurde später spöttisch von der Bevölkerung mit der Bezeichnung Düttchen versehen. Die auch Dittchen genannten Stücke wurden nach der Kipper- und Wipperzeit in großen Stückzahlen auch in Siebenbürgen, Brandenburg, Schlesien und Riga geprägt.

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