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Dreiling

Als Dreiling oder Dreyling (auch Dreling, Drieling oder Driling) wurde eine ab dem 14. Jahrhundert in Norddeutschland geprägte Kleinmünze im Wert von drei Pfennigen genannt. Die zeitgenössische lateinische Bezeichnung lautete Ternarius. Da die Münze Teil des sogenannten Wendischen Münzvereins war (einem Zusammenschluss mehrerer Hansestädte für die einheitliche Münzregelung), erfolgte die Herstellung nach strengen Vorgaben. In der Regel wurde sie aus Bilon (einer Kupfer-Silber-Legierung) und später aus Kupfer hergestellt.

Der Dreiling und der Wendische Münzverein

Der Dreiling wurde zum ersten Mal 1374 in Lübeck und Hamburg als Scheidemünze geprägt. Dies bedeutet, dass das Nominal der Münze nicht mit dem wirklichen Wert des Metalls, aus dem sie hergestellt ist, deckungsgleich ist. Der Wert des Dreilings betrug dabei drei Pfennige. Ab 1392 wurde der Dreiling in den Wendischen Münzverein aufgenommen, der einheitliches Aussehen und Silbergehalt festschrieb. Die daran beteiligten Hansestädte waren:

  • Lübeck
  • Hamburg
  • Lüneburg
  • Rostock
  • Wismar

Der Dreiling wurde jedoch auch von Städten geprägt, die nicht Mitglied im eigentlichen Münzverein waren. So etwa in Dänemark als Trepenning.

Die Bildseite eines Dreilings aus Hamburg ist zu sehen    Die Nominalseite eines Dreilings aus Hamburg ist zu sehen

Hamburg, Dreiling 1855

Das Ende des Münzvereins und wichtige numismatische Daten des Dreilings

In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der Wendische Münzverein aufgelöst – der Dreiling blieb jedoch weiterhin als Scheidemünze im Umlauf. Ab 1572 belief sich der Wert eines Dreilings im Hinblick auf den Reichstaler und seine Untereinheit, den Schilling, wie folgt:

  • 128 Dreilinge = 32 Schillinge = 1 Reichstaler

Im Jahr 1618 begann in Mitteleuropa der Dreißigjährige Krieg, der die für die Münzgeschichte bedeutsame Kipper- und Wipperzeit umschloss. Hier wurden minderwertige Münzen, die sich während des Krieges zuhauf in Umlauf befanden, durch „wippen“ (wiegen) aussortiert („gekippt“), um sie von den Münzen mit höherem Silbergehalt zu trennen. Diese Trennung hatte auch Auswirkungen auf den Wert des Dreilings.

In den westelbischen norddeutschen Gebieten blieb der Wert des Dreilings konstant. In den ostelbischen Gebieten jedoch wurde ab 1622 mit dem Hamburger Vertrag folgender Tauschwert festgesetzt:

  • 129 Dreilinge = 48 Schillinge = 1 Reichstaler

Auf der Rückseite der Dreilinge wurde fortan die Zahl 128 beziehungsweise 129 geprägt.

Auch das Prägematerial durchlief teilweise Veränderungen. In einigen Städten wurden Dreilinge bereits ab dem 18. Jahrhundert aus Kupfer geprägt – so etwa in Schleswig-Holstein bis einschließlich 1851. Die letzten Dreilinge prägte Hamburg 1855 als Bilonmünzen. Diese Stücke zeigten auf der Vorderseite die Hamburger Burg und auf der Rückseite die Wertangabe (I/DREILING) und das Datum. Das Gewicht des Hamburger Dreilings betrug 0,51 g, mit einem Silberfeingehalt von 187/1000.

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