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Dukat

Die langlebigste, verbreitetste und wertbeständigste europäische Goldmünze. 1284 ließ der Doge Giovanni Dandolo (1280-1289) in Venedig einen Typ (Zecchino) im Gewicht von 3,537 g schlagen, der auf der Rs. Christus in der Mandorla zeigt, vermutlich nach einem byzantinischen Typus. Die Vs. zeigt den hl. Markus, der den knienden Dogen mit der Gonfalone, dem Regierungssymbol (Stab mit Kreuz) belehnt, mit dem umschriftlichen Hexameter: SIT TIBI XPE (= Christe) DATVS, QUEM TV REGIS ISTE DVCATVS (dt.: Dir, Christus, sei das Herzogtum gegeben, das du regierst). Nach dem letzten Wort des Verses soll die Münze Dukat (Herzogtum) genannt worden sein. Da aber die Silbermünzen Venedigs auch schon "ducatus" (Ducato d´argento 1) genannt wurden, liegt die Vermutung nahe, dass sich die Bezeichnung Dukat für die zunächst "ducatus auri" genannte Goldmünze erst mit ihrer Verbreitung etwa im 14./15. Jh. durchsetzte. Theoretisch sollte der Dukat 24-karätig herausgebracht werden, in der Praxis erreichte er im Mittelalter nur annähernd die angestrebte Feinheit. In Venedig wurde der Typ mit diesem charakteristischen Münzbild (Zechine) weitgehend gewichtsbeständig (seit 1526 im Gewicht von 3,49 g) in Mehrfachstücken bis zu 100 Dukaten (allerdings nur einmalig) und in Teilstücken bis zu einem Vierteldukaten geschlagen. Der Münztyp wurde noch nach dem Anschluss der Republik Venedig an Österreich von den Habsburgern bis ins 19. Jh. fortgeprägt. 
Durch den intensiven Levantehandel Venedigs verbreitete sich der Zecchino als Handelsmünze im östlichen Mittelmeerraum und wurde allmählich nachgeahmt, anfangs unter Beibehaltung des Münzbildes. Auch im westlichen Mittelmeerraum verbreitete sich der Dukat im Laufe des 15. Jh.s, sodass das Königspaar Ferdinand und Isabella (1476-1516) der vereinigten Königreiche Aragon und Kastilien die Standardgoldmünze, den Excelente, nach dem Münzfuß des Dukaten schlagen ließen. 
Die ersten ungarischen Dukaten richteten sich nach dem Münzbild des Floren. Seit der Regierungszeit Ludwigs I. (1342-1382) zeigen sie die Darstellung des stehenden hl. Ladislaus auf der Vs. und den Landesschild, später die Madonna auf der Rs. Die Dukaten des goldreichen Ungarn wurden in Mittel- und Nordeuropa zur Haupthandelsmünze. Übrigens stammen die interessantesten Stücke aus Siebenbürgen, besonders eine Reihe runder, quadratischer und hexagonaler Formen bis zum 100-Dukaten-Stück aus der Regierungszeit Michael Apafis (1661-1690). 1527 beschloss Erzherzog Ferdinand I. (1521-1564), den Dukaten zur ausschließlichen Goldmünze der Habsburgischen Erblande zu erheben, was die Ausprägung bis ins beginnende 20. Jh. zur Folge hatte. Im Hl. Römischen Reich Deutscher Nation erklärte die Reichsmünzordnung von 1559 den Reichsdukaten im Gewicht von 3,49 g zur Hauptgoldmünze. Der Feingehalt von 23 Karat und 8 Grän (986/1000) wurde weitgehend eingehalten und unter dem Begriff Dukatengold bekannt. In Skandinavien und Russland fanden durch den Ostseehandel vor allem die hanseatischen und die geringfügig leichteren (3,42 g) niederländischen Dukaten Verbreitung. In den skandinavischen Ländern zirkulierten neben den Rhinsk Gylden (Rheinische Gulden) auch Ungersk Gylden (ungarische Dukaten), auch als Dogkate bezeichnet. 
Bis ins späte 18. Jh. zirkulierte der Dukat nach Gewicht. Im 17. Jh. wurden die ersten Dukaten mit Rändelung versehen, um Fälschungen bzw. Beschneidungen zu erschweren. Solche Stücke wurden als Randdukaten bezeichnet. Man unterschied den prägefrischen Münzdukaten vom Passierdukaten, ein schon leicht abgegriffenes, geringfügig leichteres Stück, das aber noch zum vollen Wert angenommen wurde (siehe Passiergewicht). Je nach Gewichtsverlust wurden Groschenbeträge oder das ein oder andere As abgezogen. In Kursachsen z.B. war der Dukat zeitweise in 66 Dukaten-As unterteilt. Im 18. Jh. tauchten die ersten Stücke mit Wertbezeichnung auf.

   

Württemberg, Dukat 1790, Herzog Karl Eugen