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Doppelwährung

Auch Bimetallismus, ist eine Bezeichnung für das System einer Währung, das die Kurantmünzen zweier Metalle (meist Gold und Silber) in einem gesetzlich festgelegten Verhältnis zueinander bewertet. Der Einführung einer Doppelwährung lagen meist wirtschaftspolitische Erwägungen zugrunde, z.B. der Gedanke, Gold könne für die Erfordernisse einer modernen Volkswirtschaft eine zu schmale Basis abgeben und zu deflationären Entwicklungen führen.
Die Doppelwährung brachte das Problem mit sich, dass das Verhältnis der beiden Edelmetalle im Währungsgebiet festgelegt war, international aber immer etwas schwankte. Die Einführung einer Doppelwährung beinhaltete auch die Verpflichtung, beide Metallsorten frei aufzukaufen und auszuprägen. An diesem Anspruch scheiterten viele der bisherigen Versuche, eine Doppelwährung zu etablieren. Denn sie führten in der Regel dazu, dass das international höher bewertete Metall in das Ausland abfloss. Dieser Umstand führte zu einer sog. hinkenden Doppelwährung, d.h., nur ein Metall (in der Praxis das Gold) war frei ausprägbar, das andere (Silber) wurde künstlich verknappt. Eine hinkende Doppelwährung hatten beispielsweise die Mitgliedsstaaten der Lateinischen Münzunion (u. a. Frankreich), die das Verhältnis von Gold zu Silber auf 1:15,5 festgelegt hatten, aber nach dem Verfall des Silberpreises so viele 5-Francs-Stücke (Silber-Währungseinheit) ausprägten, dass 1876 die freie Prägung aufgehoben und das Silber für alle assoziierten Staaten kontingentiert wurde.