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Quantitätstheorie

Klassische Geldtheorie, die einen (proportionalen) Zusammenhang zwischen der Geldmenge und dem Preisniveau annimmt. Erste Ansätze zur Quantitätstheorie gab es bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s, als die großen Preiserhöhungen als eine Folge der verstärkten Edelmetallzufuhr aus den amerikanischen Kolonien interpretiert wurden. Thomas Mun und Jean Bodin sahen die vergrößerten Geldmengen im Vergleich zur Gütermenge als Ursache für die Preisrevolution des 16. Jh.s. Diese Sicht impliziert, dass die Geldmenge - bei gleichbleibender Gütermenge - im umgekehrten Verhältnis zum Geldwert steht. Im ausgehenden 17. Jh. wertete John Locke das Preisniveau als Ergebnis von Geldmenge multipliziert mit der Umlaufgeschwindigkeit, dividiert durch die Warenmenge.
Im 19. Jh. wurde die Entwicklung der Quantitätstheorie von der Kontroverse zwischen der Banking-Theorie und der Currency-Theorie in England beherrscht. Auf letztere bezog sich der US-Amerikaner Irving Fisher, als er 1911 in "The Purchasing Power of Money" die Quantitätstheorie algebraisch mit Hilfe der Verkehrsgleichung darstellte: M x U + M´ x U´ = P x T. Danach ist auf der Geldseite M die Menge des während eines Jahres umlaufenden Geldes, U seine Umlaufgeschwindigkeit, M´ das Volumen des Buchgelds, U´ seine durchschnittliche Umlaufgeschwindigkeit (Überweisungen). Auf der Güterseite der Gleichung steht das Produkt aus dem Preisniveau P und dem Transaktions(Handels)volumen T, d. h. die Menge der mit Geld bezahlten Waren. Dabei werden Veränderungen des Preisniveaus P hauptsächlich durch Faktoren auf der Geldseite beeinflusst und gelten nur, wenn die anderen Faktoren und Umstände gleich bleiben.