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Währung

Bezeichnung für die innerhalb eines Währungsgebiets festgelegte Geldordnung und für Normen, die das Geldsystem regeln, im engeren Sinn auch das gesetzlich festgelegte Zahlungsmittel, die Währungseinheit eines Währungsgebiets. Das Währungsgebiet ist heute meist ein Staatsgebiet, kann aber auch mehrere Staaten umfassen. Das Wort ist abgeleitet vom mhd. "wërunge", das Gewährleistung bedeutet, die Gewährleistung für das Gewicht und den Feingehalt der Münzen zur Zeit der Metallwährungen. Nach dem Stoff unterscheidet man zwischen Papier- und Metallwährungen. Bei der Metallwährung kann es sich um eine monometallistische Währung (Monometallismus) handeln, die nur ein Edelmetall verwendet, z.B. Gold (Goldwährung) oder Silber (Silberwährung). Vom Altertum bis in die Neuzeit herrschte die Silberwährung vor, denn das Gold war nicht so leicht verfügbar. Erst im 19. Jh. wurde das Silber als Währungsmetall vom Gold verdrängt, auch wenn Goldmünzen zuvor schon im Handel zwischen europäischen Staaten eine Rolle spielten (Goldhandelsmünzen). 
Bei der bimetallistischen Währung (Bimetallismus) werden zwei Währungsmetalle verwendet, z.B. Gold und Silber. Eine bimetallistische Währung, bei der z.B. Gold- und Silbermünzen nebeneinander als gesetzliche Zahlungsmittel fungieren und bei der die beiden Edelmetalle ohne festgelegtes Wertverhältnis frei ausprägbar sind, bezeichnet man als Parallelwährung. Die Wertrelation der Münzen des Silbersystems zu dem des Goldsystems ergibt sich aus den Preisen der betreffenden Metalle. Wenn das Verhältnis zwischen den Münzsorten (z.B. Silbermünzen zu Goldmünzen) gesetzlich auf einen Wert festgelegt ist, so spricht man von Doppelwährung. Wenn die Relation zwischen dem Marktpreis der Edelmetalle und dem gesetzlich festgelegten Wertverhältnis auseinanderklafft, so verdrängt das minderwertigere Geld (z.B. Silbermünzen) das wertvollere (Gresham´sches Gesetz). Denn jeder wird versuchen, mit den schlechten Münzen zu bezahlen und die wertvolleren Münzen zu behalten oder zu horten. Als Ausweg bietet sich an, die freie Ausprägung aufzuheben und zu beschränken, um die minderwertigere Sorte knapp zu halten und so das Wertverhältnis zwischen den beiden Münzsorten zu sichern. In diesem Fall spricht man von einer hinkenden Währung, wie sie z.B. in Vertragsstaaten der Lateinischen Münzunion herrschte, als man infolge des Silberpreisverfalls die freie Silberprägung aufhob und den Vertragsstaaten Prägekontingente zuteilte.
Als erstes Land führte England 1813 die Goldwährung ein, dem im Laufe des 19. Jh.s die meisten Welthandelsstaaten folgten, Deutschland im Jahr 1873. Dabei kam es auf Betreiben der am Silberbergbau interessierten Kräfte durchaus zu Rückkehrversuchen zur Silber- oder wenigstens zur Doppelwährung. In den USA wurde dies zu einer politischen Bewegung, die immerhin die Prägung einer beträchtlichen Anzahl von Silberdollars durchsetzen konnte, bevor ihr Vertreter Bryan durch die Niederlage bei der Präsidentschaftswahl von 1897 endgültig scheiterte. In Deutschland vertrat Dr. Otto Arendt die Silberprägung gegen den Exponenten der Goldwährung, Ludwig Bamberger. Bei den Goldwährungen des ausgehenden 19. und frühen 20. Jh.s handelte es sich meist um die Goldumlaufwährungen, bei der vollwertige Goldmünzen und Banknoten zirkulierten, letztere jederzeit in Gold einlösbar. Jeder hatte das Recht, Gold ein- und auszuführen sowie aus Gold Münzen prägen und einschmelzen zu lassen. Bei der Goldumlaufwährung können die Devisen- oder Wechselkurse nur zwischen dem oberen und dem unteren Goldpunkt schwanken. Der obere Goldpunkt ist erreicht, wenn der Kurs der ausländischen Währung so weit angestiegen ist, dass es trotz Unkosten günstiger ist, Gold statt Devisen auszuführen. Sinkt der Devisenkurs so weit, dass die Einfuhr von Gold günstiger ist, spricht man vom unteren Goldpunkt. Der zwischen zwei Ländern durch die Goldeinfuhren und -ausfuhren in Bewegung gesetzte Prozess, der auch die Vergrößerung und Verringerung der inländischen Zahlungsmittel steuert, wird als Goldautomatismus bezeichnet. Im 1. Weltkrieg waren die meisten Staaten gezwungen, vom Goldautomatismus abzugehen. Die völlige Entwertung der deutschen Währung durch die Inflation brachte 1923 Deutschland die Rentenmark, die in auf Gold lautende Rentenbriefe einlösbar war. Nach der Stabilisierung durch die Rentenmark wurde ein Jahr später die Goldkernwährung mit der Reichsmark als Währungseinheit eingeführt. Bei der Goldkernwährung laufen keine Goldmünzen, sondern Banknoten um, die zur Sicherheit (teilweise) gedeckt sein können. Besteht die Deckung aus Goldbarren, handelt es sich um eine Goldbarrenwährung. Wenn die Währung (neben Gold) auch durch Devisen gedeckt ist, liegt eine Golddevisenwährung vor. Infolge der Weltwirtschaftskrise brach nach 1929 das Goldwährungssystem zusammen. 
An seine Stelle trat die Papierwährung, die an kein Edelmetall gebunden ist. Eine Besonderheit ist die Indexwährung, wobei der Geldwert an einen bestimmten Preisindex gebunden ist. Die Geldmenge und die Umlaufgeschwindigkeit muss dann von der Zentralnotenbank entsprechend manipuliert werden. In Deutschland wurde 1931 die Einlösung der Reichsmark in Goldbarren oder Devisen aufgehoben und die Devisenbewirtschaftung eingeführt. Die Erhöhung des Notenumlaufs (zwischen 1939 und 1948 um mehr als das Achtfache) bei Rationierung und Preisfestsetzungen brachte einen Kaufkraftüberhang, der zu einer verdeckten Inflation mit einem Schwarzmarkt in "Zigarettenwährung" führte. Auf Anordnung der Besatzungsmächte wurde 1948 in drei westlichen Zonen und in der sowjetisch besetzten Zone die Deutsche Mark als Währungseinheit einer Papierwährung eingeführt, wobei die Mark der sowjetisch besetzten Ostzone nicht der DM der Westzone entsprach. Bei der Papierwährung richtet sich die Menge des Geldumlaufs nach wirtschaftlichen Erfordernissen und Zielsetzungen. In der Regel hat die Zentralnotenbank, die auch die Geld- und Kreditmenge reguliert, das Recht zur Ausgabe der Banknoten. In der DDR war das die Staatsbank der DDR, in der BRD ist dies die Deutsche Bundesbank.