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Abwertung

Im modernen Sinn die Herabsetzung des Außenwertes einer Währung zur Anpassung an einen im Geldverkehrschon bestehenden Zustand. Geschichtlich versteht man unter Abwertung die Verringerung des Gold- oder Silberanteils in gebräuchlichen Münzen. Im Spätmittelalter und zu Beginn der Neuzeit war die Abwertung ein beliebtes Mittel zur Erhöhung der Einnahmen aus der Münzprägung (Schlagschatz). Die Mehreinnahmen dienten in der Regel der Kriegsfinanzierung. Nach mehreren Abwertungen musste der Münzherr oft auf Druck der Stände, die als Grundbesitzer und Rentenempfänger besonders unter der Münzverschlechtung (schlechte Münze) litten, in einer Aufwertung zu stabilen Münzverhältnissen (feste Münze) zurückkehren. Einen Höhepunkt erreichten die Abwertungen (frz: affaiblissement) während des Hundertjährigen Kriegs in Frankreich. Um die Mittedes 14. Jh.s bildete sich eine ständische Gegenbewegung, die in Oresmius, dem führenden Geldtheoretiker des Mittelalters, ihr Sprachrohr fand. Der englische König Heinrich VIII. (1509-1547) finanzierte den Krieg gegen die Schotten und Franzosen mittels Abwertung (Great Debasement), was ihm den Spitznamen „Old Coppernose“ einbrachte. In Deutschland brachte die Kipper- und Wipperzeit zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs sowie der Siebenjährige Krieg Preußens (1756-1763) Abwertungen und andere Münzmanipulationen (Ephraimiten).