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Agnus Dei

Eine biblische Prägung – die Bedeutung von „Agnus Dei“

Der lateinische Ausdruck wird übersetzt mit „Lamm Gottes“ und steht seit Jahrhunderten als bildhaftes Symbol für Jesus Christus. Das Motiv wird zuweilen auch Osterlamm genannt. Das Zitat, in welchem dieser Ausdruck am häufigsten Anwendung fand und immer noch findet, stammt ursprünglich aus dem biblischen Kontext. In Joh. I 29 heißt es: „Agnus Dei, qui tollis pecata mundi, misere nobis“ (zu Deutsch: „Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt, erbarme dich unser“). Im Johannes-Evangelium wird das Lamm als Verkörperung der Unschuld sinnbildlich für das Opfer des Gottessohns beschrieben, steht aber – gerade bei Darstellungen gemeinsam mit der Siegesfahne – gleichzeitig auch für seine Auferstehung.

Die Geschichte eines Symbols

Als Motiv für Münzen ist das „Gotteslamm“, welches häufig zusätzlich mit einem Heiligenschein dargestellt wird, etwa seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Ebenfalls seit dem 12. Jahrhundert hat sich diese Symbolik im christlichen Abendland verbreitet, daraufhin wurde Agnus Dei als Münzbezeichnung in die Numismatik aufgenommen. Die Bildkomposition zeigt das Lamm meistens mit Blick über die Schulter, flankiert von einer Kreuz-Fahne. Alternativ verfügt die Fahne auch häufig über den Schriftzug „Pax“, was sich mit „Frieden“ übersetzen lässt, die Fahne gilt daher auch als Friedensgruß. In vielen Darstellungen wird das Lamm von Johannes dem Täufer im Arm gehalten – so etwa auf zahlreichen Goldgulden, die Johannes abbilden.

Das Lamm – Sinnbild für Frieden und Erlösung

Das Lamm als metaphorische Darstellung von Jesus, dem Erlöser nach christlichem Glauben, spielt bereits im Alten Testament eine tragende Rolle: So sollten die Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten (2. Mose) ihre Türpforten mit Lammblut bestreichen, um vor dem Todesengel Gottes geschützt zu sein. Diese Errettung feierten sie fortan mit dem Pessachfest – Pessach gilt noch heute als wichtiger Brauch im Judentum. Jesus, altertümlich auch Gottesknecht genannt, befreit die Menschheit jedoch nicht nur von der Sklaverei, sondern auch von der Sünde, indem er für sie stirbt.

Agnus Dei: Ein beliebtes Münzmotiv

Auch die spanische Blanca wird unter dem Namen Agnus Dei gefasst: Die damals von König Johann I. festgelegte Prägung zeigt ebenfalls das Lamm mit Banner – auf der Vorderseite der Blanca ist das bekrönte „Y“ zu sehen. Von ebendieser Vorderseitendarstellung wurden auch die Prägungen der französischen Goldmünze Mouton d’Or (frz. Goldenes Lamm) inspiriert. Diese spätmittelalterliche Münze, die Lamm und Siegesfahne schmücken, ist auch bekannt als Agnel (frz. Lamm) oder Agnelet (frz. Lämmchen).

Mit demselben Motiv wurden auch die Nürnberger Lammdukaten geprägt, diese hatten zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene Zwecke:

  • Im Jahr 1632 wurden sie als Ausdruck eines Friedenswunsches genutzt
  • Im Jahr 1649 kamen sie zum Einsatz, um den Westfälischen Frieden zu zelebrieren
  • Um 1700 bot die Jahrhundertwende Anlass zu einer weiteren Prägung
  • Zuletzt wurde die Agnus Dei-Münze 1806 fabriziert

Auf den Spuren der Agnus Dei-Münze

Seit der Verbreitung der Agnus Dei-Münze im 12. Jahrhundert erscheint das symbolträchtige Lamm auf einer Vielzahl an Münzen: So ist es auf den geistigen Siegeln Frankreichs sowie auf elsässischen, französischen und dänischen Pfennigen zu sehen. Ebenso taucht es auf Denaren aus der Region Lüttich, auf Großpfennigen aus Breslau sowie auf den Münzen der auf Rhodos angesiedelten Johanniter, einem geistlichen Orden, auf.