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Ephraimiten

Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) von preußischen Münzpächtern verschlechterte Gold- und Silbermünzen (August d´or, Achtzehngröscher). Sofort nach Ausbruch des Kriegs besetzte der preußische König Friedrich der Große (1740-1786) das Kurfürstentum Sachsen unter Kurfürst Friedrich August II. (1733-1763), der in Personalunion als August II. auch König von Polen war. Der preußische König verpachtete die besetzten Münzstätten an preußische Münzpächter, die minderwertiges Kriegsgeld ausgaben, um Mittel zur Finanzierung des Kriegs beizusteuern; ein anderer Teil der Kriegsfinanzierung stammte aus England. Den Namen Ephraimiten erhielten die verschlechterten Münzen nach dem Pächter der Leipziger Münzstätte, Veitel Ephraim, der die Münzverschlechterung und den damit einhergehenden Betrug in großem Stil betrieb. Besonders betroffen waren die Achtzehngröscher und polnischen Tympfe, die unter betrügerischer Verwendung sächsisch-polnischer Münzstempel so verschlechtert wurden, dass ihre Ausgabe 1765 eingestellt werden musste, denn die Bevölkerung wollte sie nicht mehr annehmen. Auch die Mittel-August d´ors und die Neuen August d´ors wurden unter Verwendung erbeuteter Stempel und gefälschter Datierung erheblich verschlechtert. Auch der preußische Friedrich d´or wurde zum Mittel-Friedrich d´or verschlechtert. Zu den Kriegsmünzen zählen auch die Kriegssechstel (verschlechterte Sechsteltaler), die von Preußen, seinen Verbündeten und Gegnern geprägt wurden, u.a. auch in Leipzig. Durch die Nachahmungen anderer Münzstände und Heckenmünzerei verbreitete sich die Münzverschlechterung auch auf andere deutsche Regionen.

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