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Reichstaler

1. Der Reichstaler wurde mit dem Münzedikt von 1566 geschaffen und wurde bald zur Hauptwährungsmünze Deutschlands und zum Vorbild ausländischer Talerprägungen (siehe die niederländischen Rijksdaalder und die schwedischen Riksdaler). Im Grunde handelte es sich um die Legalisierung des sächsischen Guldengroschens als Reichsmünze. Die Reichsmünzordnungen hatten noch den süddeutschen Gulden und den Reichsguldiner den in Nord- und Mitteldeutschland verbreiteten Guldengroschen (Talern) sowie dem sächsischen Taler zu 24 Groschen vorgezogen. Ein Versäumnis, das auf dem Reichsabschied von 1566 nachgeholt wurde, wenn auch zu einem geringfügig herabgesetzten Feingehalt. Aus der Kölner Mark sollten 9 Reichstaler (9-Taler-Fuß) geprägt werden. Der Reichstaler wog 29,23 g, bei einem Feingehalt von 889/1000, sein Feingewicht betrug also 25,98 g. Sein Wert wurde auf 68 Kreuzer festgesetzt, stieg aber bald auf 72 und schließlich auf 90 Kreuzer. Die Reichstaler wurden in der Mehrzahl von den Wettinern (Sachsen) und Welfen (Braunschweig, Lüneburg) geprägt, die Silbergruben im Erzgebirge und am Harz betrieben. Auch bedeutende Finanzplätze (u.a. Köln, Frankfurt a.M., Nürnberg) prägten ihn oft. Die Vs.n zeigen das Bildnis der Münzherren, das Wappen der Städte oder Heilige (bei geistlichen Münzherren), die Rs.n den Reichsadler, aber ohne Wertzahl. Der Reichstaler setzte sich bald gegenüber dem Gulden und Guldiner durch, auch wenn in Süddeutschland weiter nach Gulden gerechnet wurde. 

2. Als sich die ausgeprägten Taler von seinen ursprünglichen Werten entfernten, entstand in Norddeutschland eine gleichnamige Rechnungsmünze, ähnlich wie die Rechnungsgulden im Süden. Dieser Reichs- oder Rechnungstaler wurde zu 24 Groschen oder 36 Mariengroschen gerechnet. 

3. In Preußen wurde mit dem Graumannschen Münzfuß 1750 eine Silbermünze im 14-Taler-Fuß geschaffen, die als preußischer Taler oder Reichstaler bezeichnet wird. Sie enthielt 16,2 g Silber und blieb über 100 Jahre lang die preußische Währungsmünze. Nur im Siebenjährigen Krieg wurde der Graumannsche Fuß kurzfristig außer Kraft gesetzt. Dieser preußische Reichstaler diente als Vorbild bei der Schaffung des Vereinstalers des Deutschen Zollvereins.

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