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Reichsbank

Zusammen mit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 erfolgte auch eine neue Geldverfassung mit der Mark als nationaler Währung. Konzipiert wurde das Währungssystem als Goldwährung – das heißt, die Banknoten waren jederzeit in Gold umtauschbar. Den Preis und die Menge des Geldes bestimmte bis 1876 die Preußische Bank als Hauptnotenbank des Deutschen Reichs. Ab 1876 und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die Reichsbank diese Aufgabe.

Geschichte der Reichsbank

Als Nachfolgerin der Preußischen Bank entstand am 1. Januar 1876 die Reichsbank als Hauptnotenbank des Deutschen Reichs. Ihr Grundkapital belief sich auf 120 Millionen Mark und befand sich im Besitz privater Anteilseigner. Unterstellt war sie in ihrer Anfangszeit dem Reichskanzler – nach dem Ersten Weltkrieg oblag die Führung allein dem Reichsbankdirektorium. Die Reichsbank gab zunächst nur Noten zu 100 und 1000 Mark, erst seit 1906 auch zu 20 und 50 Mark aus. Daneben waren bis 1923 auch Reichskassenscheine und Scheine privater Notenbanken in Umlauf. Reichskassenscheine beruhten – anders als die Reichsbanknoten – auf dem Kredit des Staates und nicht auf dem der Reichsbank.

Die Hyperinflation des Jahres 1923 hatte eine massive Entwertung des Geldes zur Folge. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg hatte Deutschland hohe Reparationszahlungen an die Siegermächte zu entrichten. Um der Staatsverschuldung entgegenzuwirken, druckte die Reichsbank massenweise Papiergeld nach. Hierbei stellte sie Scheine in Millionen-, Milliarden- und sogar Billionenwerten aus.

Durch die Gründung der Deutschen Rentenbank im Jahr 1923 konnte man der Inflation Herr werden. Diese führte mit der Rentenmark eine Übergangswährung ein, die sich auf wertstabilen Gütern wie Immobilien sowie Grund und Boden aus Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe gründete. Die Stabilisierung der Währung erfolgte sofort – die „Papiermark“ der Reichsbank hatte ihre Kaufkraft hingegen völlig verloren.

Am 30. August 1924 wurde durch die Reichsregierung mit dem Währungsgesetz die Auflösung der Rentenbank und die Gründung einer neuen, regierungsunabhängigen Reichsbank beschlossen. Gleichzeitig wurden die ersten auf Reichsmark lautenden Banknoten emittiert.

In der Spätphase des Dritten Reichs unterstand die Reichsbank direkt Adolf Hitler, der über die Zuweisung von Krediten frei verfügen konnte. Nach ihrer Umbenennung in Deutsche Reichsbank im Jahr 1939 diente sie wie viele andere Institutionen des Dritten Reichs der Kriegsvorbereitung. Die Kriegsniederlage Deutschlands im Jahr 1945 bedeutete sowohl das Ende des Dritten Reichs als auch der Reichsbank.

In der Nachkriegszeit folgte auf die Reichsbank in den westlichen Besatzungszonen zunächst die Bank Deutscher Länder. Diese übernahm in der Regel die Filialen ebenso wie zahlreiche Mitarbeiter der ehemaligen Reichsbank. Als neue deutsche Währung wurde 1948 die Deutsche Mark (DM) eingeführt. Mit der Deutschen Bundesbank entstand 1957 die neue Zentralnotenbank Deutschlands. In der sowjetischen Besatzungszone sowie in der DDR übernahm bis 1968 die Deutsche Notenbank die Rolle der Zentralbank. Zum 1. Januar 1968 wurde sie in Staatsbank der DDR umbenannt.

Was sind Reichsbanknoten wert?

Der heutige Wert der Reichsbanknoten variiert stark, weswegen eine allgemeine Wertzuschreibung nur schwer möglich ist. Nach dem heutigen Stand bemisst sich der Wert der 100 Billionen Mark Reichsbanknote aus dem Jahr 1923 etwa auf 8000 Euro. Viele Reichsbanknoten sind aber auch zu einem erschwinglichen Preis erhältlich.

Für Sammler besteht der Wert der Reichsbanknoten jedoch besonders in ihrem Dasein als Zeitdokumente der wechselvollen jüngeren Geschichte Deutschlands. Dies gilt allen voran für die Reichsbanknoten aus der Hochzeit der Hyperinflation des Jahres 1923. Die Reichsbank brachte Noten in Milliarden-, gar Billionenhöhe in Umlauf. Für spätere Generationen stellt der Druck von Reichsbanknoten mit solch hohem Wert einen gleichsam unvorstellbaren wie faszinierenden Sachverhalt dar.

Unter Sammlern besonders begehrt sind folgende Reichsbanknoten aus dem Jahr 1923:

Aufgrund ihrer Popularität handelt es sich bei diesen Exemplaren um Reichsbanknoten mit hohem Wert.