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Rheinischer Gulden

Als rheinischer Gulden bezeichnet man die goldene Leitwährungsmünze im Rheingebiet des 14. und 15. Jh.

Ursprünglich waren den Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation lediglich die Prägung von Pfennigen gestattet. Dies änderte sich mit dem Erhalt des Goldmünzprivilegs im Jahre 1356. Nun bestand die Möglichkeit, dass auch die Stände Goldmünzen prägten.

Bereits 1372 prägten die Erzbischöfe von Trier und Köln Gold- und Silbermünzen mit festgelegtem Feingehalt. Im Jahre 1386 durch die vier Kurfürsten Kuno von Trier, Friedrich von Köln, Adolf von Mainz und Ruprecht von der Pfalz gegründet, prägte der erste rheinische Münzverein nach Vorbild der Fiorino d'oro (Floren) als gemeinsame Goldmünze den rheinischen Gulden. Daneben wurden Pfennige und Heller geprägt.

Vorderseite des rheinischen Guldens von Adolf von Nassau     Rückseite des rheinischen Guldens von Adolf von Nassau

Erzbistum Mainz, Goldgulden o.J. des Adolf von Nassau(1379-1390)

Mit der umfangreichen Prägung durch die Kurfürsten von Köln, Mainz, Trier und der Pfalz gewann der Goldgulden im Laufe des 14. und 15. Jh. an Bedeutung. Er bildete als rheinischer Gulden die Hauptmünze im regionalen Raum des Rheinlandes. Als Basis für weitere regionale Währungen stellte der rheinische Gulden zu jener Zeit eine finanziell einigende Verbindung zwischen den Gebieten im Heiligen Römischen Reich dar.

Vorderseite des rheinischen Guldens von Ludwig III.    Rückseite des rheinischen Guldens von Ludwig III.

Kurpfalz, Goldgulden o.J. des Ludwig III. (1410-1436)

Vorderseite des rheinischen Guldens von Dietrich II. von Moers    Rückseite des rheinischen Guldens von Dietrich II. von Moers

Erzbistum Köln, Goldgulden o.J. des Dietrich II. von Moers(1414-1463)

Aufgrund des Goldmangels verknappte sich die Prägung des rheinischen Guldens im ausgehenden 15. und im 16. Jh. Die Herstellung der Münze unterlag zahlreichen Verträgen und Abmachungen, die den Feingehalt an Gold stetig reduzierten bis sogar im Goldgehalt zur Hälfte verminderte rheinische Gulden in Umlauf waren.

Mit den Reichsmünzordnungen des 16. Jh. wurde das Silberäquivalent des Goldguldens stattdessen zur Währungsmünze. Später löste der Dukat den rheinischen Gulden dann allmählich als Goldmünze ab. Als Rechnungsmünze zu 60 Kreuzern bestand der rheinische Gulden jedoch noch bis ins 17. Jh. fort.

Heutzutage erfreuen sich die historische Münze des Rheinlandes sowie die folgenden Gold- und Silbergulden anderer Regionen mit ihren jeweiligen geschichtlichen Bedeutungen großer Beliebtheit unter Sammlern.

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