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Rote Sechser

Bezeichnung unterwertiger brandenburgisch-preußischer 6-Pfennig-Stücke. Die Prägung der unterwertigen Sechser, die schon nach kurzer Umlaufzeit nicht mehr silbern, sondern kupferrot aussahen, wurde noch ein Jahr vor dem Tod des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640-1688) im Jahr 1687 begonnen. Unter Friedrich III. (1688-1701), seit 1701 König Friedrich I. von Preußen (1701-1713), wurde die Prägung in großen Mengen fortgeführt und erst auf Betreiben des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm I (1713-1740) im Jahr 1711 eingestellt. Die Landmünzen wurden in Berlin, Magdeburg, Minden und Stargard geprägt. Sie wurden vom Volk spöttisch auch Spieße genannt, nach dem Zepter auf dem Brustschild des Adlers, das wie ein Spieß dargestellt war. Die Bezeichnung Spieße wurde dann auf die preußischen 6-Pfennig-Stücke bis ins 19. Jh. übertragen, auch wenn diese ein anderes Münzbild zeigten.