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Rappen

Als Hauptwährungseinheit war der Rappen Währung des Rappenmünzbundes. Der Rappenmünzbund wurde 1377 als Münzunion im westoberdeutschen Raum zur Erleichterung des Zahlungsverkehrs gegründet und existierte bis in die frühe Neuzeit. Im Jahr 1584 wurde der Bund aufgelöst. Noch heute sind Schweizer Pfennige (Centimes), zu 1/100 Schweizer Franken (Franc) von der Schweizerischen Nationalbank ausgegeben, unter dem Namen „Rappen“ bekannt.

Während die Prägung vom Zweiräppler (2 Rappen) 1974 und vom Einräppler (1 Rappen) 2006 eingestellt wurde, sind Fünfräppler sowie 10- und 20-Rappen-Münzen immer noch im Umlauf. Die erste Banknote, die darauf im Wert folgt, umfasst 10 Franken.

Namensgebung der Rappen als Währung

Die Ableitung des Münznamens ist etymologisch verschieden gedeutet worden. Früher leitete man den Namen von den Freiburger Pfennigen des 14. Jahrhunderts ab. Man vermutet, dass er möglicherweise vom Münzbild (Raben) der mittelalterlichen Pfennige der Grafen von Rappoltstein über die „Colmar-Rappen“ auf die Freiburger Pfennige übergegangen sei.

Wahrscheinlicher ist, dass dunkelfarbige, schwarz anlaufende Pfennige als Rappen bezeichnet wurden – im Gegensatz zu den silberhaltigeren Brakteaten des Mittelalters. Die Verwendung des Wortstammes „Rapp“ in der Bedeutung „dunkelfarbig, schwarz“ ist auch auf anderen Gebieten nachweisbar, so zum Beispiel bei der gleichnamigen Bezeichnung des Rappens für dunkelfarbige, schwarze Pferde. Als Name für die jeweiligen Pfennige wurde der Rappen Währung des Rappenmünzbundes im 14. Jahrhundert.

Münzbild von Rappen

Ursprünglich waren Rappen als Vierschlagpfennige (also viereckig) gestaltet. Der Vertrag von 1425 sah eine Umgestaltung vor: Rappen sollten von nun an rund und mit Perlkreis ausgegeben werden, um sie besser gegen das Beschneiden zu schützen. Die Münzbilder zeigten je nach Region verschiedene Darstellungen. So zierte den Rappen als Währung

  • der Baselstab auf spanischem Wappenschild in Basel,
  • der Adlerkopf in Freiburg,
  • der Morgenstern in Colmar und
  • sechs Berge auf spanischem Wappenschild in Breisach.

 

Münzbild des Rappens als Währung in Freiburg nach 1377

Freiburg, Rappen nach 1377

Die heutigen Rappenmünzen als Landeswährung der Schweiz zeigen auf der Vorderseite den Wert der Münze in Zahlen (5, 10 oder 20) an. Die Zahlen werden ohne Währungseinheit angegeben und jeweils von einem Kranz aus Rebenlaub, Eichenlaub oder Alpenrosen umrahmt. Auf der Rückseite der Rappenmünzen ist der Libertas-Kopf zu erkennen. Libertas ist die römische Göttin der Freiheit.

Der Rappen als Währung damals und heute

Rappen wurden auch als Zweilinge bezeichnet, da ein Rappen zwei Stäbler (oder Stebler) galt. Diese beiden Nominale waren zunächst die einzigen Silbersorten des Rappenmünzbundes und wurden von dem oberrheinischen Münzverein über 150 Jahre beibehalten. Nach der Auflösung des Rappenmünzbundes 1584 wurden in einigen schweizerischen Kantonen wie Basel, Luzern, Zug und Zürich gelegentlich noch Rappen als Währung geprägt. Nach der Gründung der Helvetischen Republik (1798 bis 1802) wurde der Rappen Währung der Schweiz. Man übernahm ihn als kleinste Einheit des Schweizer Franken:

100 Rappen = 10 Batzen = 1 Schweizer Franken

Der Rappen wurde ursprünglich aus Billon ausgemünzt. In den Jahren 1850–1879 prägte man die 1- und 2-Rappen-Stücke aus Bronze und die 5-, 10- und 20-Rappen-Werte aus Billon. Seit 1879 werden für die Herstellung jedoch stattdessen wechselnde Legierungen unedler Metalle verwendet.

Über Jahrhunderte haben sich Rappen als Währung erhalten. Sowohl die späte mittelalterliche Münze als auch die verschiedenen neuzeitlichen Varianten der Schweizer Münzen werden in Münzsammlungen von Liebhabern des jeweiligen Sammelgebiets gerne aufgenommen.

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