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Kreuzer

Kleine Groschenmünze, die Graf Meinhard II. von Görz-Tirol (1258-1296) in Anlehnung an die vorangegangenen Adlergroschen seit 1274 in Meran schlagen ließ, damals (nach ihrem Wert von 20 Veroneser Pfennigen oder Bernern) Zwainziger, in lat. Dokumenten vigintinus oder vigintiarius genannt. Erst im 14. Jh. bekam die Münzsorte den Namen Kreuzer, nach der Darstellung eines Doppel- oder Radkreuzes auf der Vs.; die Umschrift lautet MEINHARDVS, die Rs. COMES TIROL mit der Darstellung des Tiroler Adlers. Das Münzbild blieb lange unangetastet, sogar der Name des ersten Münzherrn auf der Umschrift der Etschkreuzer, bis die Grafschaft 1363 erblich an die Habsburger fiel. Die Beständigkeit des Münztyps und die günstige Lage Tirols, als Handelsplatz zwischen Italien und den deutschen Staaten, waren sicherlich für die weite Verbreitung und die Beliebtheit der in Italien Tirolino genannten Münze mit verantwortlich. Ihr Verbreitungsgebiet dehnte sich von Oberitalien über die Schweiz und Österreich bis nach Mitteldeutschland hin aus. 
Gewicht und Feingehalt der Kreuzer fielen von ursprünglich ca. 1,63 g (883/1000 fein) auf 1,25 g (832/1000 fein) im Jahr 1361. In Oberitalien wurden die Kreuzer bereits in der ersten Hälfte des 14. Jh.s nachgeahmt, u.a. in Mantua und Verona. Zur Zeit der Schinderlinge, Mitte des 15. Jh.s, begann in Österreich die Kreuzerprägung, allerdings verfiel der Kreuzer schnell zur Billonmünze: Sein Raugewicht fiel unter 1 g, sein Feingehalt in Linz z.B. auf 413/1000, in Enns 1459 sogar auf 187/1000. Erst 1477 wurde die Münzstätte von Meran nach Hall verlegt. Fünf Jahre später wurden die ersten Vielfache, 6- und 12-Kreuzer-Stücke geprägt. Um die Wende vom 15. zum 16. Jh. wurde die Kreuzerprägung von vielen deutschen Münzherren aufgenommen. In Süd- und Südwestdeutschland prägten viele Münzstände vermehrt doppelte und vierfache Kreuzer, sog. Halbbatzen und Batzen. Der Kreuzer war um die Mitte des 16. Jh.s bereits so verbreitet, dass erEingang in die Augsburger Reichsmünzordnungen von 1551 und 1559 fand. Dort wurden die Reichsmünzen nach Kreuzern bewertet. In Süddeutschland kam es zur Festsetzung des Guldens (Rechnungsgulden) auf 60 Kreuzer à 4 Pfennige. Es gab auch 3-, 6-, 7-, 10-, 12-, 15- und 20-Kreuzer-Stücke, die beiden letzteren Vielfache waren vor allem im 17./18. Jh. verbreitet. Das einfache Kreuzerstück wurde zur Kupfermünze. Die Kreuzerprägung wurde in den süddeutschen und einigen mitteldeutschen Staaten bis zur Einführung der Markwährung 1871 beibehalten, am längsten in Österreich bis zur Einführung der Kronenwährung 1892.

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