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Reichsguldiner

Auch Reichsguldener, bezeichnet die Großsilbermünzen, die von den Reichsmünzordnungen im 16. Jh. geschaffen wurden. Der Guldiner der Esslinger Reichsmünzordnung von 1524 im Wert von 21 Groschen sollte im Gesamtgewicht von 29,23 g (davon 27,41 g Feinsilber) ausgebracht werden, wurde aber nur in wenigen Versuchen geprägt (Rs. Reichsadler). Ähnlich erging es dem auf der 1. Augsburger Reichsmünzordnung von 1551 geschaffenen Guldiner zu 72 Kreuzern, der diese Wertzahl als Aufschrift trug. Sein Feingewicht war nur minimal von 27,41 auf 27,5 g erhöht worden (882/1000 fein). Auch dieser Guldiner konnte sich nicht gegen die böhmischen und sächsischen Taler durchsetzen. 
Nach der 2. Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 sollte der Reichsguldiner zu 60 Kreuzern als Reichsmünze festgesetzt werden. Sein Raugewicht sollte 24,63 g betragen, bei einer Feinheit von 930/1000 sollte er demnach 22,9 g Silber enthalten. Die Rs.n zeigen einheitlich den Reichsadler mit dem Reichsapfel in der Mitte, darin die Wertzahl 60. Da sich die meisten Münzstände in Nord- und Mitteldeutschland (Talerländer) der Prägung dieses Reichsguldiners widersetzten, blieb ihr Umlauf auf den Süden Deutschlands und Österreich (Guldenländer) beschränkt. Im Reichsmünzedikt von 1566 wurde schließlich der Taler anerkannt. Der Reichstaler im Gesamtgewicht von 29,23 g (25,79 g Feingewicht) verdrängte den Reichsguldiner. Siehe auch Augsburger Reichsmünzordnungen.

    

Reichsguldiner 1613 der Stadt Nürnberg