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Regenbogen-Schüsselchen

Sammelname für verschiedene Typen keltischer Goldmünzen, die im Gebiet von Ungarn, Österreich, Süddeutschland, Hessen und im rheinischen Raum gefunden wurden. Sie werden den keltischen Stämmen der Boier und Vindeliker und den Rheingermanen zugeordnet. Der Name Regenbogenschüsselchen entstand aufgrund ihrer charakteristischen Schüsselform und nach der Legende, wonach die Goldstücke am Berührungspunkt des Regenbogens auf der Erde hinterlassen worden seien. Die Goldstücke wurden oft nach Regenfällen auf dem gepflügten Acker gefunden. Da sich die Finder die Herkunft der schüsselförmigen Goldstückchen nicht erklären konnten, bildete sich wohl die Sage. Sie begünstigte im Volk den Glauben, die vom Himmel auf die Erde gefallenen Glücksbringer hätten Heilwirkung bei Fallsucht, Krämpfen, Fieber und Geburtswehen.
Für den Laien sind die schüsselförmig gewölbten Goldstücke nur schwer als Münzen zu identifizieren. Die konvexen (nach außen gewölbten) Vs.n und die konkaven (nach innen gewölbten) Rs.n der Stücke sind sparsam mit verschiedenen einfachen, symbolischen Darstellungen versehen: Es finden sich abstrakte Motive wie Rolltier, Vogelkopf, Triskeles oder Torques, oft in Verbindung mit Beizeichen wie Kugeln, Punkte, Kreise, Halbkreise oder Striche; gelegentlich sind auch Sterne oder Ringe zu sehen. Der Goldgehalt der östlichen und süddeutschen Funde ist hoch, während den hessischen Fundstücken ein hoher Silberanteil beigemischt ist, sodass die Stücke eher silbern als golden wirken. Die Bronze-Regenbogenschüsselchen aus dem Rheinland und den Niederlanden bestehen oft noch zusätzlich aus einem überwiegenden Teil Kupfer, wie die 1907 in Bochum entdeckten Schatzfunde (über 500 Exemplare). Bereits im 18. und 19. wurden in Oberbayern (Gaggers, Irsching) bedeutende Goldschätze (jeweils über 1000 Exemplare) gefunden. In letzter Zeit konnte die Typologie der süddeutschen Regenbogenschüsselchen durch Funde in der Oberpfalz (Großbissendorf), Niederbayern (Wallersdorf) und dem Unterallgäu (Sontheim) erweitert werden. Als Prägestätten dieser Exemplare kommen die Oppida (keltische Siedlungen) von Manching (bei Ingolstadt) und Alkimoënnis (bei Kelheim) in Betracht. 
Die Prägezeit der Regenbogenschüsselchen begann im 3. Jh. und endete in spätlatènischer Zeit um 50 v. Chr. Sie wurden vorwiegend als Statere gefunden, mit einem Gewicht etwa zwischen 6 und 8 g. Es gab auch Stater-Teilstücke, in Süddeutschland sind Viertel- und Vierundzwanzigstel- Teile charakteristisch, im Osten eher die Drittel- und Achtelteilung.

    

Regenbogenschüsselchen der Vindeliker

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