0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Rappenmünzbund

Münzgemeinschaft oberrheinischer Münzherren und Städte, die nach ihrem wichtigsten Münznominal, dem Rappen, benannt wurde. Nachdem bereits die Herzöge von Österreich und verschiedene Städte und Gebiete im 14. Jh. mittels Absprachen versucht hatten, das Münzwesen am Oberrhein einheitlicher zu gestalten, schloss Herzog Leopold I. (durch seinen Landvogt im Elsass, Sundgau und Breisgau) 1403 einen Vertrag mit den Städten Basel, Breisach, Colmar und Freiburg. Der Rappenmünzbund umfasste das Gebiet diesseits und jenseits des Eggenbachs bis hinauf gegen Rheinfelden, das Elsass, den Sundgau und die Gebiete der genannten vier Städte. Grundlage der Währung war 1 Pfund Pfennige = 1 Goldgulden. Stäbler und Rappen (Zweiling) waren zunächst die einzigen Silbernominale des Bundes, größere Geldgeschäfte erledigte man mit dem Goldgulden. Im Jahr 1425 folgten Plapparte und Groschen, 1462 die Vierer und 1498 Doppelvierer und Dickplapparte. Am 24. März 1533 beschloss die Vertragsgemeinschaft, den Batzen (zu 10 Rappen), den sie lange vergeblich bekämpft hatten, in das Münzsystem zu integrieren. Als der Münzbund 1542 die Erlaubnis zur Talerprägung erhielt, traten Taler und Halbtaler hinzu. Der Münzvertrag vom 3. März 1564 brachte die Unterwerfung des Münzbundes unter die Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 und die österreichische Münzordnung von 1560. Die Münzgemeinschaft regelte im Wesentlichen das Gewicht und den Feingehalt der Münzen, tarifierte oder verwarf fremde Münzen und kontingentierte das Silber, das jedem Mitglied der Gemeinschaft zugeteilt wurde. Die Mitglieder des Bundes wurden von den Habsburgern aus den erzherzoglichen Silbergruben mit dem Edelmetall versorgt. Als Erzherzog Johann die Silberlieferungen einstellen und eine landesfürstliche Münzstätte in Ensisheim (Elsass) eröffnen ließ, wurde der Rappenmünzbund im Jahr 1584 aufgelöst.

    

    

Vierer (oben) und Doppelvierer (unten) der elsässischen StadtThann