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Reichskassenscheine

Bezeichnung des Staatspapiergeldes, das vom Deutschen Kaiserreich nach dem Gesetz vom 30. April 1874 ausgegeben und an die Einzelstaaten des Kaiserreichs gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerungszahl verteilt wurde. Es sollte die Kassenscheine ersetzen, die von den Einzelstaaten vor der Reichsgründung 1871 ausgegeben wurden( Kassenanweisungen). Da aber der ursprüngliche Betrag in Höhe von 120 Millionen Mark nur zur Einlösung von zwei Dritteln der einzelstaatlichen Kassenscheine genügte, konnte das Reich Kassenscheine in Höhe von insgesamt 174,7 Millionen Mark ausgeben. Sie waren kein gesetzliches Zahlungsmittel, die öffentlichen Banken mussten sie aber zur Zahlung annehmen. In den Jahren 1913 und 1915 erschienen nochmals Emissionen in Höhe von jeweils 120 Mill. Mark. Im Zusammenhang mit der Mobilmachung wurden die Reichskassenscheine am 4. August 1914 gesetzliches Zahlungsmittel. Sie wurden in Werten zu 5, 20, und 50 Mark ausgegeben und verschwanden erst mit dem Ende der großen Inflation (1923/4). Zu dem Typ der Kassenscheine sind auch die Darlehenskassenscheine zu rechnen.

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