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Ch'ien

Chinesische Bronze- oder Messingmünzen mit einem Loch in der Mitte, seit dem 19. Jh. von den Engländern Cash, von den Franzosen Cache und hierzulande Käsch genannt. Nach Schrötter ist der Ausdruck auf das Wort „Ch'üan“, nach anderer Transkription „Tsüan“, mit der BedeutungRundmünzen zurückzuführen.

Der genaue Zeitpunkt der Entstehung solcher Rundmünzen ist strittig und wird im Zeitraum zwischen 500 und 450 v. Chr. angenommen. Gesichert ist, dass die Rundmünzen zuerst mit einem runden Loch in der Mitte versehen waren, das zum Aufreihen auf eine Schnur diente, vermutlich in Anlehnung an die vormünzlichen Zahlungsmittel des aus den Gehäusen der Kaurischnecken hergestellten Kaurigelds, das zeitlich weiter zurückreicht. Im 3. Jh. v. Chr. führte die Entwicklung zu einem quadratischen Loch in der Mitte der Münze. Die beiden Formen werden mit der damaligen chinesischen Vorstellung eines runden Himmels (Rundmünze) und einer eckigen Erde (quadratisches Loch in der Mitte) in Beziehung gesetzt. Das quadratische Loch setzte der berühmte „Erste Kaiser“ Shi Huang Di (259-210 v. Chr.) durch, der neben einer Reihe vereinheitlichender Reformen im Innern des Landes auch den Bau der Chinesischen Mauer begann.

Erstaunlich ist die Langlebigkeit dieser Münzsorte, denn ihre Form wurde bis zu Beginn des 20. Jh.s beibehalten. Die Käschmünzen wurden in verschiedenen Nominalen gegossen und im Zahlungsverkehr auf Schnüre zu 95 bis 100 Stück aufgereiht; 10 solcher Bündel wurden Tiao genannt. Je nach Kurs und Feinsilbergehalt stellten 750-2000 Ch'ien den Gegenwert eines Tael oder Liang dar, der Maßeinheit chinesischer Handelsbarren aus Silber. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, zeigten sie nie bildliche Darstellungen, sondern waren mit vier Schriftzeichen versehen. Zwei dieser Schriftzeichen weisen auf ihren Charakter bzw. Wert hin, z.B. „originale Münze“ oder „Wert 5 Tschu“. Die beiden anderen Schriftzeichen bezeugen ihre Entstehungszeit; dabei durfte nie der Name des entsprechenden Kaisers benutzt werden, denn dieser war heilig. Die Zeitangaben nennen Ehrennamen für dessen Regierungsepoche, die meist in Transkriptionen der chinesischen Schriftzeichen angegeben sind, wie etwa „Hsien Feng“ für die von 1851 bis 1861 dauernde Regierungsepoche des Kaisers Wen Tsung. Die Bezeichnungen der Regierungsepochen sind schwer zu übersetzen und lauten sinngemäß beispielsweise „Zeit voll Glück und Reichtum“, „Ruhmvolle Regierungsepoche“, „Ewiger Friede“ oder „Zeit des ungeheuren Krieges“. Der Sinn der phantasievollen Bezeichnungen trifft jedoch für die jeweilige Regierungsepoche nicht zu. Die Sinnsprüche wurden bereits bei Regierungsantritt der Kaiser veröffentlicht und charakterisieren bestenfalls Wünsche oder Vorhaben der betreffenden Herrscher.

Chinesische Ch'ien-Münze   Chinesische Ch'ien-Münze

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