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Tischlivierer

Vierpfennigstücke der Stadt Bern, die nach einem alten Brauch jedes Jahr am Ostermontag an Kinder verteilt wurden. Der Name geht auf einen Brauch zurück, der mit den jährlich zu Ostern abgehaltenen Wahlen zusammenhängt. Der Stadtrat zog am Ostermontag, der auch Tischlitag genannt wurde, feierlich auf und verteilte die neuen Münzen (ursprünglich 5-, später 4-Pfennig-Stücke) an die Kinder der Stadt, die sich hinter einem schmucken Tischchen ("Tischli") aufgereiht hatten. Der Brauch ist urkundlich erstmals 1510 belegt. 
Ursprünglich sollte jedes Kind unter 10 Jahren einen Tischlivierer erhalten, der dafür erforderliche Betrag wurde von der Stadtkasse zur Verfügung gestellt. Da sich die Ratsherren gegenseitig an Freigebigkeit übertreffen wollten, ließen sie zusätzlich zu der ihnen zugeteilten Menge Tischlivierer prägen. Die Schulden derRatsherren häuften sich so, dass der Ruf nach Reformen laut wurde. Im Jahr 1668 wurde erstmals der Osterpfennig verteilt, der sich trotz seines vielfach höheren Wertes nicht gegen den beliebten Tischlivierer durchsetzen konnte. Bereits 1670 wurden wieder Tischlivierer verteilt. Trotz neuer Verordnungen konnten Missbräuche nicht eingedämmt werden, sodass der Tischlivierer 1712 ersatzlos abgeschafft wurde. Aber der Brauch hatte sich so eingebürgert, dass man noch bis zur Mitte des Jahrhunderts alle Viererstücke als Tischlivierer bezeichnete.

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