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Taschenwerk

Bezeichnung für eine Münzprägemaschine, die als Weiterentwicklung des Walzenwerks entstand. Im Gegensatz zu den in die Walzen eingeschnittenen Stempeln beim Walzenprägewerk wurden beim Taschenwerk die pilzförmigen Stempel mit gewölbten Oberflächen in den "Taschen" der Walzen befestigt. Dies hatte den Vorteil, dass nicht die gesamten Walzen ausgetauscht werden mussten, wenn die Stempel abgenutzt waren. Bei der Taschenprägung wurden die ausgeschnittenen Schrötlinge einzeln eingelegt und durch die sich mit den Walzen hin und her bewegenden Stempel geprägt. Dazu benötigte man nicht so viel Kraft, so dass die Kraft eines Mannes die Walzen bewegen konnte. Bei der Walzenprägung mussten ganze Zaine durchgezogen werden, so dass die Walzen von Rosswerken oder Mühlen angetrieben werden mussten. Die Stempel waren oval graviert, damit es runde Münzbilder ergab. Typisch für die mit Taschenwerken geprägten Münzen sind gewölbte Oberflächen. Das Taschenwerk kam in der Münze zu Wien von der Mitte des 17. bis in die Mitte des 18. Jh.s zum Einsatz, in Süddeutschland wurden Taschenwerke teilweise bis zum ausgehenden 18. Jh. verwendet.