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Elector

Titel des Kurfürsten des Römisch-Deutschen Reiches, das Wort ist abgeleitet aus dem lat. eligere (wählen). Der Titel lautete ausgeschrieben Sacri Romani Imperii Elector, Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Alle Kurfürsten waren seit dem 13. Jh. im Römisch-Deutschen Reich zur Wahl des Königs berechtigt und hatten Münzrecht. Ursprünglich waren dies die Erzbischöfe von Trier (Kurtrier), Köln (Kurköln) und Mainz (Kurmainz), der Pfalzgraf bei Rhein (Kurpfalz), der Herzog von Sachsen (Kursachsen) und der Markgraf von Brandenburg (Kurlande), später auch der König von Böhmen, der die Kurwürde nach den Hussitenkriegen (bis 1708) verlor. Der Pfalzgraf verlor 1622 das Kurrecht an Bayern, wurde aber 1648 mit einer neu geschaffenen Kurstimme entschädigt, die 1777 durch Erbgang wieder zu einem Electorat vereinigt wurde. Der Herzog von Braunschweig-Lüneburg wurde 1692 zum Elector von Hannover. Durch den Reichsdeputationshauptschluss vom 25. 3. 1803 wurde die Kur von Mainz nach Regensburg verlegt, für die geistlichen Kurfürstentümer Trier und Köln wurden Württemberg, Baden, Hessen-Kassel und Salzburg (ab 1805 Würzburg) geschaffen. Schließlich löste der Rheinbund (1806-1813) das Kurkolleg auf; Hessen-Kassel behielt den Titel in der Landesbezeichnung Kurhessen bis 1866 bei.