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Ewiger Pfennig

Der „Ewige Pfennig“ wurde im Spätmittelalter eingeführt, um die jährliche Münzverrufung zu beseitigen. Vor allem Handelsstädte waren in dieser Zeit daran interessiert, ein stabiles Zahlungsmittel zu schaffen, das nicht der Münzverschlechterung und dem damit verbundenen Zwangsumtausch mit Gebührenpflicht unterworfen war. Sie wollten die territorial eingeschränkte Gültigkeit der Brakteaten abschaffen und versuchten – gegen Abgaben zum Ausgleich der dadurch entstehenden fiskalischen Verluste (Schlagschatz) – die betreffenden Münzherren dazu zu bewegen, auf die Münzverrufungen zu verzichten.

Mit Erfolg erreichten im späten 12. Jahrhundert bereits Lübeck und Hamburg die formale Kontrolle über die Münzstätten der Münzherren. Goslar, Regensburg, Hannover, Augsburg und Konstanz folgten im Laufe des 13. Jahrhunderts. Wenn sich die weltlichen oder geistlichen Fürsten in akuter Geldverlegenheit befanden, gelang es einigen Städten, das Münzrecht zu pachten oder zu kaufen. Eigene Münzen wurden geprägt und ausgegeben.

Gegen eine Anleihe von 1000 Gewichtsmark in Silber, die Erzbischof Philipp I. von Heinsberg (1167–1191) zur Finanzierung eines Kriegszugs benötigte, kam bereits 1179 das Münzrecht als Pacht an die Stadt Köln. Hamburg hatte 1293 das Münzrecht vom Grafen von Holstein gepachtet und erhielt es endgültig im Jahr 1325. Stade kaufte das Münzrecht bereits 1272. Es folgten unter anderem die Städte:

  • Lüneburg
  • Stralsund
  • Rostock
  • Hannover
  • Brandenburg
  • Braunschweig

Das Münzrecht ermöglichte den betreffenden Städten die eigene Münzprägung. Sie schlugen als bleibende Münze den sogenannten „Ewigen Pfennig“ (lat.: denarius perpetuus). Einigen Städten wie zum Beispiel Köln gelang es sogar, Gewicht und Gehalt ihrer Pfennige über einige Jahre oder sogar Jahrzehnte stabil zu halten.

Vorderseite des Ewigen Pfennigs in Konstanz

Bistum Konstanz, Ewiger Pfennig des Heinrich II. von Klingenberg

Da die Städte untereinander keine einheitlichen Regelungen fanden und in vielen Gegenden die Verrufung von Münzen weiterhin praktiziert wurde, konnte der „Ewige Pfennig“ die allgemeine Münzverschlechterung langfristig jedoch nicht aufhalten. Als mittelalterliche Münzen sind die Pfennige heute vor allem unter Numismatikern und Sammlern historischer Münzen gefragt. Von besonders hohem Wert ist dabei eine Sammlung von regionalen Pfennigen eines kleineren Herrschaftsgebiets.

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