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Escudo de oro

In Europa und im spanisch-amerikanischen Raum weit verzweigte Familie von Goldmünzen Spaniens vom 16. bis zum 19. Jh. In der Nachfolge des Excellente wurde der Escudo de oro zum ersten Mal 1537 in der Regierungszeit Karls I. und Johannas (1516-1556) mit einem Raugewicht von 3,38 g (914/1000) hergestellt. Der Name Escudo (Schild) leitet sich von dem Motiv auf der Vs., dem spanischen Landesschild, ab. Die Rs. zeigt ein Kreuz im Vierpass, seit 1729 wurde ein Typ mit Büste des Herrschers auf der Vs., bekröntes Landesschild auf der Rs., geschlagen, der sich schnell durchsetzte. Abgesehen von einer geringfügigen Reduzierung im Feingewicht von 3,09 g auf 3,03 g im Jahr 1684 blieb der goldene Escudo im Goldgehalt konstant. Er wurde ursprünglich mit 350, seit 1566 mit 400 Maravedi bewertet. Ein Charakteristikum ist seine häufige Ausprägung als doppelte (Dublonen), vierfache und achtfache (Onzas) Stücke, die sich durch die reichen Goldvorkommen in den spanischen Kolonien (Mexiko, Peru, Kolumbien) erklärt. Erst nach der napoleonischen Besetzung Spaniens veränderte sich das Münzsystem. Danach wurden lediglich bis 1817 (als Scudo) und zur Zeit der offiziellen Escudo-Währung 1865 bis 1868 goldene 10-, 4- und 2-Escudo-Stücke geprägt, allerdings in bedeutend geringerem Gewicht. 
Vor allem das Doppelstück (Dublone) des Escudo verbreitete sich als Handelsgoldmünze über ganz Europa und wurde in Frankreich als Louis d'or, in der Schweiz als Duplone, in Norddeutschland als Pistole sowie in Preußen als Wilhelm d'or bzw. Friedrich d'or übernommen. In Portugal wurde der goldene Escudo selten geprägt, zuerst nur 18-karätig im Gewicht von 4,58 g in der Regierungszeit Alfonsos V. (1438-1481). Mit verändertem Gewicht und Feingehalt wurde der portugiesische Escudo zu 1600 Reis von 1722 bis 1822 und zu 1870 Reis bis 1835 ausgebracht. Im 18./19. Jh wurde auch das goldene Halbstück des Escudo geprägt, Escudillo oder Coronilla genannt.
Auch in den spanischen Kolonien wurden Escudos de oro gemünzt. In den jungen unabhängigen Staaten Mexiko (bis 1872), Ecuador (bis 1856), Chile (bis 1851), Peru, Uruguay und Kolumbien gab es goldene Escucudos in unterschiedlichen Gewichten und Werten.