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Wiener

Drei Brüder, Jacques (1815-1899), Leopold (1823-1891) und Charles (1832-1888), die sich allesamt als Medailleure betätigten. Jacques, der älteste der Brüder, ging nach seiner Lehrzeit in Aachen über Paris 1839 nach Brüssel und schnitt dort eine große Menge von Medaillen, bis ein Augenleiden seinem Schaffensdrang 1875 ein Ende setzte. Neben einer Unmenge von Ereignis- und Personenmedaillen schuf er eine ganze Reihe von Architekturmedaillen, die berühmte Kirchen, Paläste und andere interessante Gebäude darstellen. Leopold lernte bei seinem Bruder Jacques, an der Akademie in Brüssel und bei David d`Angers in Frankreich, ehe er einen Posten an der Pariser Münze bei J.J. Barre annahm. Nach seiner Rückkehr nach Brüssel wurde er zum Chefgraveur der Brüsseler Münze, für die er etwa 150 Münzen und Medaillen schnitt. Zudem stellte er eine eigene Medaillenproduktion auf die Beine und arbeitete als Bildhauer. Der jüngste Bruder Charles hatte eine ähnlich fruchtbare Schaffenszeit, die ihn nach seiner Lehre an die Akademie nach Paris (1852-1856), nach Den Haag (1856-1860), London (1860-1864) und schließlich nach Lissabon führte, wo er zum Chefgraveur der portugiesischen Münze avancierte. Nach seiner Rückkehr nach Brüssel 1867 widmete er sich der Medaillenkunst. Es gibt eine Reihe von Medaillen, die zwei Brüder gemeinsam herstellten, wenn sich ihre Wege kreuzten. Auch für Städte im Rheinland haben die Brüder viele Medaillen geschaffen.

    

Medaille o. J. von Charles Wiener auf den Besuch von ZarAlexander II.

    

Medaille 1861 von Jacques Wiener auf das Straßburger Münster