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Währungsreform

Neuordnung des Geldwesens durch gesetzliche Maßnahmen, die meist nach inneren oder äußeren Krisen, Kriegen, Revolutionen und Misswirtschaft infolge Inflation und Zusammenbruch der alten Währung notwendig wird. So war die Währungsreform von 1948 in den drei zusammengeschlossenen Westzonen die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufbau nach dem 2. Weltkrieg. Auf Anordnung der westlichen Besatzungsmächte unter Leitung der USA wurde die Währung am 20. Juni 1948 auf Grundlage des Währungsgesetzes von Reichsmark auf DM umgestellt. Ein Kopfbetrag von 60 DM wurde im Verhältnis 1:1 umgetauscht, außerdem erhielt jedes Unternehmen einen Betrag von 60 DM pro Arbeitnehmer. Die Guthaben und die meisten Verbindlichkeiten wurden im Verhältnis von 10:1 umgetauscht, ausgenommen die Löhne und Gehälter, Miet- und Pachtzinsen sowie Renten und Pensionen (1:1). Unmittelbare Folge der Währungsumstellung war ein sprunghafter Anstieg des Angebots an Konsumgütern, die bis dahin in Warenlagern gehortet wurden und nun über Nacht den Weg in die Auslagen und Regale der Geschäfte fanden. Einen Tag nach der Umstellung wurde die Bank Deutscher Länder gegründet, die nach dem Emissionsgesetz arbeitete und 1955 in der Deutschen Bundesbank (Zentralnotenbank) aufging. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Gesetze erlassen, wie das Lastenausgleichsgesetz, das DM-Bilanzgesetz und das Altsparergesetz. Sie sollten die Währungsreform sichern und unterstützen, mit deren Erfolg langfristig das Wirtschaftswunder der 60er Jahre einsetzte.
Von aktuellem Interesse ist die schrittweise Umstellung von neun Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf den Euro. Nach Erfüllung bestimmter Stabilitätskriterien wurden die Kurse der betreffenden nationalen Währungen zum Euro im Dezember 1998 eingefroren und der Euro im Januar 1999 zuerst als Buchgeld eingeführt, auch international an den Börsen.