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Walzenwerk

Auch Walzenprägewerk, diente zur Streckung von Zainen und zum Prägen von Münzen. Das Walzenwerk funktionierte nach dem Prinzip zweier gegeneinander rotierender Walzen in Längsrichtung, in die zur Prägung mehrere Prägematrizen eingraviert waren. Die Prägung erfolgte durch das Durchwalzen der Zaine durch die gegeneinander rotierenden Walzen, erst nach der Walzenprägung wurden die Münzen ausgeschnitten. Die Walzen mussten sehr genau aufeinander abgestimmt sein, damit es nicht zu Fehlprägungen kam. Da sich das Metall durch den Druck dehnte, mussten die Matrizen quer-oval in die Walzenoberfläche eingeschnitten werden. Trotzdem waren leicht verrutschte Münzseiten, längsovale und oft auch die für die Walzenprägung typische "gewölbte Münzform" nicht zu vermeiden. Die Walzen wurden meist von Rosswerken angetrieben. Als eine der ersten Münzprägestätten mit Walzenwerk gilt Hall (Tirol), das die Walzenprägung etwa um 1550 einführte. Stellenweise wurden die Walzenwerke bis in die 2. Hälfte des 18. Jh.s betrieben, auch wenn das etwa zeitgleich existierende Spindelprägewerk eine exaktere Ausführung der Prägung ermöglichte.