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Wardein

Münzbeamter, dem früher die Überwachung des vorschriftsmäßigen Münzbetriebs, insbesondere die Überwachung der Qualität des Prägeguts auf Gewicht und Feingehalt sowie die Kontrolle über den Münzmeister oblag. An einigen Münzstätten fiel auch die Verwahrung von Münzstempeln und deren Schutz vor Missbrauch in den Aufgabenbereich des Wardeins. Der Münzwardein entwickelte sich aus dem Beruf des Bergwardeins im Bergwesen, der die Scheidung der geförderten Erze überwachte und diese auf ihren Gehalt untersuchte. Der Münzwardein stand im Dienste des Münzmeisters und musste im 15. und zu Beginn des 16. Jh.s noch die Verantwortung über den Schlagschatz übernehmen, was häufig zu Interessenkonflikten führte. Denn die Münzherren waren an einem möglichst hohen Gewinn aus der Münzprägung interessiert, der oftmals durch Verschlechtern des Prägeguts (dessen Qualität der Wardein ja überwachen musste) erzielt wurde. Später fiel die Berechnung und Überwachung des Schlagschatzes in den Aufgabenbereich speziell angestellter Rechner und Schreiber oder an den Kämmerer. Durch die Reichsmünzordnungen des 16. Jh.s wurden als Kontrollinstanz des Reichs Kreismünzwardeine eingesetzt, die jährlich zweimal die Einhaltung der Reichsmünzordnung kontrollierten. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, an regelmäßig abgehaltenen Kreisprobationstagen das Prägegut auf das vorgeschriebene Gewicht und den Gehalt zu überprüfen (siehe auch Fahrbüchse).