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Wertangaben

Wertangaben sind zur Unterscheidung der Wertstufen von Bedeutung, vor allem, wenn Münzen in vielen verschiedenen Stückelungen vorkommen. So denken wir heute, aber ein Rückblick auf die europäische Münzgeschichte zeigt, dass Wertangaben nur selten und erst spät für notwendig gehalten wurden. Das Erkennen des Werts einer Münze muss sich also nach anderen Gesichtspunkten wie das Erkennen des Typs oder nach dem Gewicht gerichtet haben. Bei antiken griechischen Münzen kommen nur ausnahmsweise ausgeschriebene und nur selten abgekürzte Wertangaben vor, wie z.B. Obolos oder Diob (Diobolos) auf Münzen von Metapont. Manchmal geben ein Buchstabe, eine Wertziffer oder andere Zeichen einen Hinweis, wie die Anzahl der Mondsicheln auf Münzen von Athen (4 Mondsicheln = Obolos, 3 Mondsicheln = Tritartemorion, 2 Mondsicheln = Hemiobol, 1 Mondsichel = Tetartemorion). Bei den frühen römischen Bronzemünzen war die Kennzeichnung der vielen Wertstufen des frühen Aes grave notwendig. Neben den Wertpunkten oder -kugeln für die Uncia behalf man sich auch mit Wertziffern, z.B. I für den As, X, später XVI für den Denar usw.), in dem gut eingeführten römischen Münzwesen der Kaiserzeit bestand keine Notwendigkeit für Wertangaben. 
Im Mittelalter war der Pfennig die Einheitsmünze. Erst mit der Groschenprägung waren wieder Münzbezeichnungen auf Münzen zu sehen, wie z.B. GROSSVS, allerdings noch ohne Wertbezeichnung. Erst seit dem 16. Jh. kommen Wertzahlen vor, die vor allem den Vielfachwert des Kreuzers betreffen. Sie sind meist auf den Rs.n im Reichsapfel angebracht. Reichstaler und Dukaten waren aber nie mit Wertzahlen beschriftet. Erst mit dem Aufkommen der Scheidemünzen im 17. Jh. wird die Wertziffer regelmäßiger auf die Münzen aufgebracht. Auf Talermünzen waren seit dem 18. Jh. Angaben angebracht, die sich auf den Münzfuß beziehen, wie X EINE FEINE MARK, d.h. aus einer Kölner Mark sollten zehn Stücke dieser Sorte ausgeprägt werden.