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Nachahmungen

Als Nachahmungen oder Beischläge werden Münzen bezeichnet, die auf der Imitation von Münzen anderer Herkunft (Münzstände, Staaten) beruhen. Im Gegensatz zur Falschmünzerei wurden die Nachahmungen in der Regel von landesherrlichen Münzstätten hergestellt, nicht von Heckenmünzen. Die Nachahmungen müssen nicht in jedem Detail mit dem Vorbild übereinstimmen. Nachgeahmt werden können Münzfuß, Durchmesser, Münzbild, Legende und Rau- bzw. Feingewicht der Vorbilder. Einerseits konnten die Nachahmungen betrügerische Zwecke verfolgen, andererseits konnten sie zur Entwicklung und Verbreitung von Münzsystemen oder Währungen beitragen.
Schon in der Antike gab es Nachahmungen: Die korinthischen Statere wurden von umliegenden Staaten übernommen, athenische Münzen nach dem Münzfuß nachgeprägt und einzelne Münzbilder der von Euainetos und Kimon geschnittenen Drachmenvielfachen aus Syrakus übernommen, letzteres wohl aus ästhetischen Gründen. Im Mittelalter wurden im ausgehenden 10. Jh. die Otto-Adelheid-Pfennige nachgeahmt, im 11. Jh. die Agrippiner (Kölner Denare) in Friesland und an der Niederelbe; diese ihrerseits mit verwildertem Münzbild von den Westslawen. Im 13. Jh. wurden die englischen Sterlinge zum Vorbild für niederländische, lothringische und rheinländische Beischläge. Die Nachahmungen des Gros tournois waren die Turnosegroschen. Die Entwicklung des Groschens führte zum Prager Groschen, der seinerseits zum Vorbild des Meißner Groschens wurde. Die bedeutende Rolle, die der Gros tournois für die Verbreitung des Groschens spielte, kommt dem florentinischen Fiorino, der fast europaweit nachgeahmt wurde, für die Entwicklung der Goldmünzen zu (Goldgulden, Floren, Florin). Im 14./15. Jh. waren französische Goldmünzen und der neapolitanische Gigliato das Vorbild für Prägungen anderer Münzstände.

In der Neuzeit häuften sich Nachahmungen in Kriegs- und Notzeiten, die meist spekulativen Zwecken dienten. Der erzielte Gewinn diente oft zur Finanzierung von Kriegskosten, wie z.B. die im Siebenjährigen Krieg gemünzten Kriegssechstel (verminderte Sechsteltaler) verschiedener Münzstände, die sich teilweise zum Verwechseln ähnelten. Während Bürgerkriegen, Aufständen und Befreiungskämpfen kam es auch zu Nachahmungen, wie z.B. die Peso-Prägungen Aufständischer in Südamerika. Die Nachprägung bedeutender Handelsmünzen war sehr beliebt (Dukat, Löwentaler, Maria-Theresien-Taler).

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