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Notendeckung

Schon das zu Zeiten der Edelmetallwährungen herausgegebene Notengeld musste von den ausgebenden Notenbanken, zumindest von der Zentralnotenbank, durch eine bestimmte, festgelegte Menge an Münzgeld (zumindest an ungeprägtem Münzmetall) gedeckt sein. Dem Anteil der Deckung liegt die schon früh gemachte Erfahrung zugrunde, dass niemals alle Noten zur gleichen Zeit zur Deckung vorgelegt werden. Damit konnten also mehr Banknoten ausgegeben werden, als der ausgebenden Notenbank an Edelmetallreserven zur Verfügung standen. Da sich das Notenbankwesen in Kontinentaleuropa langsamer entwickelte als in England und Schottland, konnten dort die beiden Notenbanken schon im ausgehenden 18. Jh. wichtige Erfahrungen sammeln: Die Bank of England praktizierte im ersten Drittel des 19. Jh.s die "Dritteldeckung" ohne Restriktionen, bis zur Verabschiedung der Peelschen Bankakte (1844), die eine Notenkontingentierung der nicht durch Metallreserven gedeckten Banknoten vorsah. Die Bankakte orientierte sich im Wesentlichen an der Currency-Theorie, d.h., die Banknoten wurden wie Münzgeld gesehen, das sich auch wie eine reine Metallwährung verhalten sollte.
In den anderen europäischen Ländern wurde im Laufe des 19. Jh.s die Dritteldeckung übernommen, so in Preußen (Bankordnung von 1846 und Novelle von 1856 ohne Notenkontingentierung) und im Deutschen Reich (Reichsbankgesetz von 1875 mit "indirekter Kontingentierung"). Die Preußische Staatsbank (nach der novellierten Bankordnung von 1856) und die amerikanischen National Banks (1861) erhielten als erste Zentralbanken Deckungsvorschriften nach der Banking-Theorie, die Banknoten als Kreditgeld betrachtet. Danach genügt es, die nicht durch Edelmetall gedeckten restlichen Zweidrittel der Banknoten durch Handelswechsel zu decken. In der Praxis wurde die Deckung der Banknoten sogar deutlich über dem Mindestsatz gehalten, um in Krisenzeiten über genügend Spielraum zu verfügen. Ähnliches gilt für Frankreich, deren Banque de France im Durchschnitt die höchste Bardeckung aller europäischen Zentralnotenbanken aufwies, obwohl sie keinerlei Deckungsregeln unterworfen war.

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