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Leipziger Fuß

Bezeichnung des Münzfußes, der in der Leipziger Münzkonvention im Jahr 1690 von Brandenburg, Sachsen und Braunschweig-Lüneburg angenommen wurde. Das silberarme Kurfürstentum Brandenburg prägte schon seit 1687 nicht mehr nach dem alten Zinnaischen Münzfuß (10 1/2-Talerfuß), den die kleineren Münzstätten der deutschen Kleinstaaten und die illegalen Heckenmünzen ohnehin mit geringwertigen Prägungen unterliefen. Zur Bezahlung der erst vor kurzem reformierten Armee war aber eine zuverlässige Münze nötig, sodass Brandenburg den neuen Zweidritteltaler (Gulden) im 12-Talerfuß, also 18 Stück aus der Feinen Mark, prägte. Es wurden auch 1/6- und 1/3-Taler nach dem 12-Talerfuß geprägt. Um dem Leipziger Münzfuß das Schicksal des Zinnaischen Münzfußes zu ersparen, ließen die drei Kurfürsten, unterstützt von Kaiser Leopold (1658-1705), die Heckenmünzen energisch zerstören. Die Prägung nach dem Leipziger Münzfuß breitete sich nicht nur im silberreichen Sachsen und Braunschweig-Lüneburg, sondern fast in ganz Deutschland aus. 

In der Mitte des 18. Jh.s konnten sich die meisten Staaten die Prägung der neuen Zweidritteltaler nach dem Leipziger Münzfuß kaum noch leisten. Der Graumannsche Münzfuß in Preußen und der Konventionsfuß beendeten die Prägungen in den meisten deutschen Staaten endgültig, jedoch wurden sie bis zur Reichsgründung 1871 offiziell nie verboten. Als Feinsilbermünzen in den Münzstätten des Harzes bis 1841 geprägt, liefen sie vor allem im Ostseehandel der Hansestädte noch als „Hannoversche Kassen- Ein- und Zweidrittel“ bis ins 19. Jh. um. Mecklenburg-Schwerin machte sie 1738 zur Landeswährung und prägte die Zweidritteltaler nach dem Leipziger Münzfuß bis 1829.

Anhalt-Zerbst, 2/3 Taler, 1743 geprägt nach dem LeipzigerFuß    Anhalt-Zerbst, 2/3 Taler, 1743 geprägt nach dem LeipzigerFuß

Anhalt-Zerbst, 2/3 Taler, 1743 geprägt nach dem LeipzigerFuß