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Lombarden

Nach der oberitalienischen Region Lombardei bezeichnete ober- und mittelitalienische Kaufleute (aus Mailand, Florenz, Genua, Siena, Lucca und dem Piemont), die seit dem späten 12. Jh. hauptsächlich im nordwestlichen Europa (Champagne, Flandern) die Entwicklung des Geld- und Finanzwesens nachhaltig beeinflussten. In der 2. Hälfte des 13. Jh.s schufen die Piemontesen (vor allem aus Asti und Chieri) in Burgund, Oberlothringen und der Schweiz ein dichtes Netz von Niederlassungen. Im 14. Jh. traten sie am Mittel- und Oberrhein (Köln, Mainz) in Konkurrenz zu jüdischen Geldverleihern im Geldgeschäft auf. Sie befanden sich ebenso wie diese in einer gesellschaftlichen Randposition und wurden nicht selten von den bei ihnen hochverschuldeten Herrschern mit Steuererhöhungen, Besitzbeschlagnahmungen und Ausweisungen bedroht. Die Bezeichnung Lombarde hatte den gleichen schlechten Ruf wie Kawertsche. Im modernen Sprachgebrauch erinnern Ausdrücke wie Lombardkredit oder  Lombardsatz an die geschichtliche Stellung der Lombarden; Sitz der meisten großen englischen Bankhäuser ist die Lombard Street in London.

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