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Lübische Mark

In einem 1501 geschlossenen Rezess beschlossen die Städte des Wendischen Münzvereins die Ausprägung von Silbermünzen zu 2/3 (32 Witten) und 1/3 Lübischer Mark (16 Witten), die jedoch in der Praxis nur von den Städten Lübeck und Lüneburg in geringen Mengen ausgeprägt wurden. Das Feingewicht der etwa 15-lötigen Silberstücke betrug etwa 13,5 bzw. 6,7 g. Die Münzen zeigen das Stadtwappen und Johannes den Täufer stehend. Zwei Mark entsprachen einem Lübecker Goldgulden, der Hauptgoldmünze des Nordens zu damaliger Zeit. Im Rahmen der Ausprägung einer vom Gold unabhängigen Großsilbermünze einigten sich die Städte Lübeck, Lüneburg, Hamburg und Wismar 1504 auf die Ausprägung von ganzen, halben und viertel Markstücken (etwa 14 1/2-lötig), mit einem Feingewicht von etwa 20, 10 bzw. 5 g. Das Münzbild zeigt auf der Vs. den Heiligen über dem Stadtwappen der prägenden Stadt, auf der Rs. die Stadtwappen der drei anderen Städte in Kleeblattstellung. Die Prägung dauerte nur bis 1506, um die Mitte des 16. Jh.s wurde sie noch einmal wiederholt. Auch in anderen Ostseestaaten setzte in der ersten Hälfte des 16. Jh.s die Prägung nach der lübischen Mark ein.
Inzwischen begann sich im Römisch-Deutschen Reich jedoch der Taler als Großsilbermünze durchzusetzen. Zudem endete der Wendische Münzverein, nachdem der Niedersächsische Kreis 1567 die Vereinsmünzen des Wendischen Münzvereins nicht mehr annahm. Die Städte Lübeck und Hamburg hielten insofern daran fest, dass sich dort eine Kurantwährung entwickelte. Nach der 2. Kipperzeit, seit etwa 1670, prägten die Städte doppelte (32 Schilling), ganze (16 Schilling), zweidrittel (12), halbe (8), viertel ( 4), achtel (2) und sechzehntel (1) Markstücke, deren Gepräge die Wertzahl in Schillingen zeigen. Im Jahr 1726 führten die beiden Hansestädte einen 34-Mark-Fuß ein, dem sich Lauenburg und Mecklenburg-Schwerin (1763) anschlossen. Damit blieb eine Münzfuß-Gleichheit mit Dänemark und Schleswig-Holstein bestehen. Im 19. Jh. prägte Lübeck überhaupt nicht mehr, Hamburg nur noch Kleinnominale (bis 1855), Dukaten und Mehrfachdukaten bis 1872, also ein Jahr über den Übergang zur Reichswährung (1871) hinaus.

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