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Larin

oder Lari ist ein Gerätegeld, das im 16./17. bis ins beginnende 18. Jh. bei den Küstenvölkern Südostasiens entlang des Persischen Golfs, des Arabischen Meers und des Indischen Ozeans, vor allem am Golf von Bengalen, als bevorzugtes Handelsgeld und Zahlungsmittel diente. Es besteht aus einem mehr oder weniger gebogenen Silberdraht von etwa 2 mm Dicke im durchschnittlichen Gewicht von 4,5 g, das aber nach unten und oben schwanken konnte. Aufgrund seiner Form wird das Zahlungsmittel auch Angelhakengeld oder Haarnadelgeld genannt. Viele Larins waren nach persischem Vorbild an einer platt geschlagenen Stelle mit arabischen Schriftzeichen versehen, die aber oft unleserlich sind. Deshalb ist die Form bei der Herkunftsbestimmung bedeutend. Man unterscheidet zeitlich und geographisch mehrere Typen nach ihrer Herkunft aus Persien, dem Osmanischen Reich, Indien, Ceylon, Java und den Malediven. Die persischen Stücke wurden seit dem frühen 16. Jh. vor allem entlang der Karawanenwege zwischen dem Kaukasus und dem Persischen Golf hergestellt und verhandelt. Unter dem Einfluss der persischen Larins stehen auch die Larins der Osmanen, die vorwiegend aus Basra (heute Irak) stammen. In Indien waren die Herrscher von Bijapur die produktivsten Hersteller. Die Larins aus Ceylon zeigen vielfältige Zeichnungen, tragen aber häufig unleserliche Trugschriften. Auch die portugiesischen und holländischen Kolonialherren gaben Larins aus. Die Gründe für den Untergang der bedeutenden und wertstabilen Währung im frühen 18. Jh. scheint mit dem Auftreten der europäischen Kolonialmächte in Zusammenhang zu stehen. Die Bezeichnung Larin ging auf die Kupfermünzen der Malediven über. Noch heute wird die dezimale Unterteilung der maledivischen Rupie als Laari oder Lari bezeichnet. 100 Lari = 1 Malediven-Rupie (Rufiyaa).

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