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Floren

Die wohl bedeutendste Goldmünze des Mittelalters. Sie wurde ab 1252 in der Republik Florenz geschlagen. Seit ca. 500 Jahren gab es damals in Mittel- und Westeuropa nur Silbermünzen, lediglich in Süditalien, Sizilien und Spanien wurde (vorwiegend unter arabischem und byzantinischem Einfluss) auch Gold gemünzt (z.B. Solidus, Augustalis, Tari). Durch den Ausbau des seit den Kreuzzügen begonnenen Handels mit der Levante strömte regelmäßig genügend Gold nach Florenz, um eine eigene Goldprägung aufzunehmen, die durch die vielfältigen Handelsbeziehungen nun auch notwendig geworden war (siehe auch Edelmetallfluss). 
Der Floren zeigte auf seiner Vs. das Stadtsymbol, eine große Lilienblüte, und auf seiner Rs. den Stadtheiligen, Johannes den Täufer. Sein Gewicht betrug 3,53 g, theoretisch aus reinem Gold, im Mittelalter in der Praxis aus technischen Gründen aber nicht ganz erreicht. In dieser Form blieb der Floren zur gesamten Republikzeit (bis 1531) konstant. Schon früh gab es auch Viertelstücke, deren Prägung 1422 endete. Seit diesem Jahr wurden die Einfachstücke in einem etwas größeren Durchmesser ausgebracht. In den Jahren 1504 bis 1531 wurden Doppelstücke gemünzt, die auf der Rs. die Täuferszene mit Johannes und Christus zeigen. Seit 1300 können die Goldmünzen - mit Ausnahme der Pestjahre im 14. Jh. - mit einer zeitlichen Genauigkeit von einem halben Jahr datiert werden, da sie oben das Wappen des Statthalters (Gonfalier) trugen, dessen Amtszeit halbjährig wechselte.
Der Floren wurde zum Vorbild der Goldmünzen nördlich der Alpen seit dem frühen 14. Jh. Er wurde von den Päpsten (im Vatikan und in Avignon) sowie in Frankreich, Spanien, Ungarn, Böhmen, Schlesien, im Rheinland, England und den Niederlanden nachgeahmt; die ersten Stücke meist unter Beibehaltung des ursprünglichen Florentiner Münzbildes. Die ungarischen und böhmischen Nachahmungen mit dem stehenden Herrscher (in Ungarn hl. Ladislaus, in Böhmen hl. Wenzeslaus) auf der Vs. und dem Wappen (in Ungarn auch die Madonna) auf der Rs. wurden in Nord- und Westeuropa zur Haupthandelsmünze. Im Römisch-Deutschen Reich konnte der Feingehalt des Vorbildes nicht eingehalten werden, sodass sich in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s im Goldgehalt verschlechterte Florene unter dem Namen Gulden durchsetzten. Zur Unterscheidung vom späteren Silber-Gulden werden sie Goldgulden genannt. Besondere Bedeutung erlangte dabei der rheinische Gulden, der seit 1386 als Gemeinschaftsprägung der rheinischen Kurfürsten und Erzbischöfe ausgegeben wurde. Sein Feingehalt lag zunächst bei 2,77 g und fiel bis auf 2,48 g in der Mitte des 16. Jh.s. Die niederländischen Goldgulden lagen im Feingehalt noch niedriger.

    

Prägung des Herzogtums Bar nach dem Vorbild des Floren