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Vierer

Verschiedene Münzen zu vier Pfennigen, Hellern ( Haller) oder Stäblern, die vor allem am Oberrhein sowie im süddeutschen und schweizerischen Gebiet seit dem späten Mittelalter geprägt wurden:
Die wohl frühesten Vierer stammen aus der Reichsstadt Straßburg, die seit 1397 Vierpfennigstücke im Gewicht von etwa 1,29 g (960/1000 fein) prägten. Obwohl der Feingehalt der bis zum Ende des 15. Jh.s geprägten Münzen leicht abgesenkt wurde, erwiesen sich die Straßburger Vierer als erstaunlich hochwertige Silbermünzen. Sie zeigen auf den Vs.n eine Lilie, auf den Rs.n ein Kreuz. 
Der Vierer des Rappenmünzbundes zu vier Stäblern oder 2 Rappen wurde zum ersten Mal 1462 von Basel geprägt und gegen Ende des 15. Jh.s von allen Mitgliedern des Münzbundes übernommen. Vertragsgemäß sollten diese Vierer 0,92 g wiegen, bei einer Feinheit von 500/1000, ein Goldgulden sollte 69 Vierer gelten. Sie wurden bei verändertem Gewicht bis ins 17. Jh. weitergeprägt. Ähnliche Stücke gab es im 16. Jh. in Laufenburg, Luzern ("Spägürli" zu 4 Haller) und Zug.
Im Rahmen der Münzreform von 1529 führte Bern 4-Haller-Stücke im Wert eines halben Kreuzers ein. Diese Vierer zeigen auf den Rs.n ein einfaches Kreuz und seit 1679 ein Ankerkreuz (verziert). Die letzten Berner Vierer wurden 1797 geprägt, ein Jahr bevor die Stadt durch die französische Plünderung des Staatsschatzes die eigene Prägung vorübergehend aussetzen musste (bis 1804). Ähnliche Vierer gab es von Solothurn (1549-1798), Fribourg (im 15. Jh. und in der 1. Hälfte des 16. Jh.s als Quart und Halbsol bezeichnet, danach in Übereinstimmung mit Bern und Solothurn), in den Bistümern Sitten (1548-1685) und Basel (1623), in Neuenburg (1589-1803) und Zofingen (1716-1722).
Schaffhausen prägte zwischen 1549 und 1630 Vierer im Wert von 4 Hellern oder 2 Pfennigen, die auch "Zweierle" genannt wurden. Sie zeigen auf der Rs. den Reichsadler, auf dessen Brust teilweise die Wertzahl 4. Ursprünglich sollten sie 0,56 g wiegen.