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Gold

Edelmetall mit dem chem. Zeichen Au (vom lateinischen Aurum), der hohen spezifischen Dichte von 19,3 g/cm³ und dem Schmelzpunkt bei 1063° C (Goldpunkt). In der Natur kommt das seltene Metall gediegen als Berggold (meist in Quarz eingelagert), als Wasch- oder Seifengold (ausgewaschen in Flüssen) als Goldstaub oder -körner vor. In Form von Telluriden oder Natriumkomplexsalzen findet sich das größte Goldreservoir im Meerwasser, im Größenwert von ca. 4 mg/ 1000 qm. Es wurde allerdings noch keine kostengünstige Methode der Gewinnung gefunden. Das gelbglänzende Edelmetall lässt sich aufgrund seiner Dehnbarkeit sehr gut verarbeiten, als Blattgold lässt es sich auf bis zu 0,00014 mm dünne, lichtdurchlässige Blättchen auswalzen. Es ist chemisch sehr beständig und kann nur durch Halogene, Königswasser, Quecksilber (Amalgamation) und alkalische Cyanide (Cyanidlaugung) angegriffen werden. Die Amalgamation und Cyanidlaugung wird zur Gewinnung des Goldes genutzt, das dann immer noch Silber- und Platinanteile enthält. Reines Gold wird durch die Wohlwill-Elektrolyse hergestellt. Der Feingehalt des Goldes wurde früher in Karat (1 Karat = 0,04166 Feingold) und Grän, heute wird er in Promille (Tausendteile) angegeben: 24 Karat = 1000/1000 fein. Bedingt durch seine Weichheit wird das Metall in gehärteten Legierungen verwendet, die mit Kupfer (Rotgold) oder mit Silber (Weißgold) versetzt sind.
Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften war das Edelmetall schon seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. gesucht. Es fand sich auf oder unmittelbar unter der Erdoberfläche. Die Ägypter gewannen Gold aus dem Sand des Nils, seit 2000 v. Chr. auch durch Goldbergbau im unteren Nubien. Auch in der mykenisch-kretischen Kultur findet sich das Gold in vielfachen Verwendungsformen. Schon vor der Einführung der Münze ist Gold zur Schatzbildung und wahrscheinlich auch als Zahlungsmittel benutzt worden. Seit dem 7. Jh. v. Chr. wurde in Kleinasien (Lydien) eine natürliche Goldlegierung (Elektron) zur Herstellung der ersten Goldmünzen verwendet. Die Statere der Stadt Cyzicus (Mysien) und Alexanders des Großen sind die bekanntesten Goldmünzen vor dem Aufstieg des Römischen Reichs. Neben demStater gab es noch die Litra der Etrusker und auf Sizilien. Die Römer bezogen ihr Gold für den Aureus und den Solidus aus den unterworfenen Provinzen Hispania, Gallia, Dakia (Siebenbürgen), Thrakia und den Ostalpen. Im römischen Münzwesen spielten die Goldmünzen erst seit Julius Caesar (60-44 v. Chr.) eine Rolle. Im spätantiken Byzantinischen Reich gab es eine überraschend umfangreiche Goldmünzenprägung, bescheiden nimmt sich dagegen der Goldumlauf der Völkerwanderungszeit aus. In der Zeit der Karolinger versiegte der Goldumlauf in Nord- und Zentraleuropa vollends. Das Gold floss von den Regionen, südlich der Sahara in die nordafrikanischen Handelsstädte, nach Südeuropa und schließlich in die Handelsstädte Oberitaliens. Dies erlaubte im 13. Jh. Genua (Genovino), Florenz (Fiorino), und Venedig (Zecchino) eine eigene Goldprägung. Erst im 14. Jh. wurden nach dem Vorbild der florentinischen und venezianischen Goldmünzen Florene und Dukaten mit dem Gold aus Siebenbürgen, Böhmen und dem Fichtelgebirge (Goldkronach) geprägt. Der ungarische und der rheinische Goldgulden wurden zu Handelsmünzen. Der Golderzabbau erreichte im 16. Jh. im deutschsprachigen Raum seine Blütezeit. 
Die Entdeckung des amerikanischen Kontinents löste geradezu eine Sucht nach Gold aus. Nach der Erbeutung des Goldes der Azteken (Mexiko) und der Inkas (Peru) begann schon im 16. Jh. die Ausbeutung der Minen im nördlichen Südamerika. Dadurch flossen große Mengen Gold nach Europa, eine reiche Goldprägung setzte ein. Im 18. Jh. kam dazu der Goldabbau in reichhaltigen brasilianischen Goldminen dazu, vor allem im Bergbaugebiet Minas Gerais. Im 19. Jh. verstärkte Russland seine Goldproduktion im Ural. Die Goldfunde in Kalifornien, Nevada (1848) und später im Klondyke (1897) lösten den Goldrausch aus, der in abgeschwächter Form auch in Australien (1851) einsetzte. Im ausgehenden 19. Jh. übernahm Südafrika die erste Stelle der Goldproduzenten und baut bis heute mit einer Jahresproduktion von ca. 100.000 kg seine Stellung als größter Goldlieferant weiter aus.

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