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Französischer Franc

Bei dem Französischen Franc handelt es sich um die Währung Frankreichs, die von der Französischen Revolution bis zur Euroeinführung (1795-2002) im französischen Zahlungsverkehr im Umlauf war. Während mit der Bezeichnung „Französischer Franc“ meist diese Währung Frankreichs der Jahre 1795 bis 2002 gemeint ist, wird die Bezeichnung auch für den spätmittelalterlichen Franc d’or und den Franc d’argent des 16. und 17. Jahrhunderts verwendet.

Eckdaten des Französischen Francs

Merkmal Beschreibung
Staat Gesetzliches Zahlungsmittel in Frankreich und Andorra; zudem im Umlauf in Monaco
Abkürzung FRF (nach ISO 4217) sowie FR, F und FF für franc français
Zeitraum 1360 bis 2002
Wechselkurs (fix) 1 EUR = 6,55957 FRF
1 FRF = 0,152449 EUR
Untereinheit 100 Centimes
Währungssymbol Fr

Die Währungsgeschichte des Französischen Francs

Die ehemalige französische Währung hat eine lange Geschichte hinter sich, denn auch die Vorläufer des Französischen Franc trugen die Währungsbezeichnung Franc: Die ersten Geldstücke, die vom Volk als Francs bezeichnet wurden, stammen aus dem Jahr 1360. Die Goldmünzen wurden am 5. Dezember 1360 eingeführt und wurden durch ein Bildnis von König Johann II. mit der Umschrift Johannes Dei Gratia Francorum Rex geziert. Dies bedeutet übersetzt: Johannes von Gottes Gnaden König der Franken. Diese Münzen werden als Franc d'or bezeichnet. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden zudem französische Silbermünzen hergestellt, die heute als Franc d'argent bezeichnet werden.

Der Französische Franc als nationale Währung

Am 17. April 1795 wurde die Bezeichnung „Franc“ auf die alten Livre übertragen und die Dezimalteilung eingeführt. Die Übertragung betraf sowohl die Unterteilung des Franc in 10 Décimes und 100 Centimes als auch die Berechnung der Feinheit in Tausendteilen. Für die Dezimalwährung galt:

1 Franc = 10 Décimes = 100 Centimes

Laut Verordnung vom 28. Thermidor des Jahres III (15. August 1795) wurde der silberne Franc auf ein Gewicht von 5 g gesetzt und sollte 4,5 g Silber enthalten, sollte also 900/1000 fein sein. Der Französische Franc war damit der Recheneinheit Livre tournois fast gleichwertig.

Typen und Münzmotive

Als erste Silbermünze mit der Bezeichnung „Franc“ wurde ein 5-Franc-Stück im Raugewicht von 25 g (900/1000 fein) geprägt, das auf der Vorderseite (Avers) die Herculesgruppe und die Umschrift UNION ET FORCE (Einheit und Stärke) zeigt und auf der Rückseite (Revers) die Wertangabe, Jahreszahl und die Inschrift REPUBLIQUE FRANCAISE.

Dieser Typ des Französischen Francs wurde zu Beginn der II. Republik (1848/49) und der III. Republik (1870-1878) für 5-Francs-Stücke sowie in den Jahren 1964 bis 1973 für 10-Francs-Stücke leicht variiert wieder aufgegriffen. Die ersten 1- und 2-Franc-Stücke erschienen 1802/3 und zeigen auf den Vorderseiten das Kopfbild des ersten Konsuls Napoleon Bonaparte. Zu Zeiten der beiden Kaiserreiche und der restaurierten Monarchie zeigt die Vorderseiten meist das Kopfbild oder die Büste der jeweiligen Herrscher. Es gibt eine immense Anzahl von Typen und Varianten des Französischen Francs, unter anderem mit dem Kopfbild der „Marianne“ (Sinnbild der Republik) oder mit der Säerin.

Vorderseite eines Französischen Francs aus der Zeit des Napoleon Bonaparte    Rückseite eines Französischen Francs aus der Zeit des Napoleon Bonaparte

Vorder- und Rückseite einer 20 Francs Münze mit dem Bildnis von Napoleon Bonaparte

Nominale und Münzmetalle

Als Teilstücke des Französischen Francs gab es halbe (Demi-Franc), selten auch Viertel (Quart de Franc) Stücke. Ebenso existieren Mehrfachstücke, auch in Gold, bis zu 100 Francs. 1866 wurde der Feingehalt der 2- und 1-Franc-Stücke von 900 auf 835 Promille gesenkt. Ab 1920 wurden die Stücke in der Regel in Aluminium-Bronze, ab 1941 in Aluminium und ab 1960 in Nickel ausgebracht.

Verbreitung der Französischen Francs in Europa

Durch die napoleonischen Kriege verbreitete sich der Franc über Gebiete und Länder in ganz Europa. Belgien nahm nach seiner Unabhängigkeit 1832 als erstes europäisches Land den Franc als Landeswährung an, auch in der Schweiz setzte sich der Franken allmählich durch. Die Kolonien und französischen Besetzungen in Übersee hatten ohnehin Franc-Währung.

Mit dem Entstehen der Lateinischen Münzunion verbreitete sich die Frankenwährung weiter. Eine Feinheit von 900/1000 für die Mehrfachstücke ab 5 Francs und ein Feingehalt von 835/1000 für die kleineren Stücke (2 Francs und kleiner) war für alle Mitgliedsländer bindend. Danach richtete sich unter anderem auch die italienische Lira und die griechische Drachme der Münzunion.

Napoleon III. wollte den Französischen Franc sogar zur Weltwährung machen, was jedoch am Deutsch-Französischen Krieg scheiterte. In vielen ehemaligen Kolonien und Überseegebieten Frankreichs besteht die Franc-Währung fort. Dies trifft zum Beispiel in den Staaten zu, die den Währungsgebieten des CFP-Franc und des CFA-Francs angeschlossen sind. Auch weitere europäische Franc-Währungen bestanden bis ins 21. Jahrhundert: Der Belgische Franken und der luxemburgische Franc waren bis 2002 als Bargeld gültig.

Ende des Francs und Ablösung durch den Euro

Am 1. Januar 2002 lösten die Münzen und Banknoten der Eurowährung die des Französischen Francs ab. Bis zum 16. Februar galt die alte Währung noch, ab dem 17. Februar konnten dann nur die Euromünzen in Frankreich als Zahlungsmittel genutzt werden. Ein Umtausch der Münzen war bei der Banque de France noch bis zum 17. Februar 2005 möglich. Währenddessen konnte der Umtausch von Geldscheinen noch bis zehn Jahre nach der Einführung des Euros bis zum 17. Februar 2012 vorgenommen werden. Die Bezeichnung Centime hat sich in der Alltagssprache gehalten und bezeichnet heute die Eurocent-Münzen.