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Joachimstaler

Bezeichnung der bedeutenden Guldengroschen aus dem böhmischen St. Joachimsthal, die zwischen 1520 und 1528 in großen Mengen gemünzt wurden und dem Thaler (später: Taler) ihren Namen gaben. Die Grafen Schlick fanden erhebliche Silbervorkommen im südlichen Erzgebirge nahe Konradsgrün, das nach einer kurzen stürmischen wirtschaftlichen Entwicklung zur freien Bergstadt erhoben und in Joachimsthal umbenannt wurde. Nach einigen Widerständen erhielt Graf Stephan Schlick vom böhmischen Landtag die Berechtigung, eine Münzstätte einzurichten und das Silber auszumünzen. Er begann im Jahr 1520 unverzüglich mit der Prägung der Großsilbermünzen. Da der Graf und seine Brüder in regem Handel mit dem Nachbarstaat Sachsen standen, münzten sie ihre Guldengroschen nach dem Münzfuß der sächsischen Klappmützentaler. Der sächsische Stempelschneider Utz Gebhardt verfertigte die Eisen für die Joachimstaler, die auf der Vs. die Darstellung des hl. Joachim und das Schlicksche Wappen, auf der Rs. den gekrönten und doppelt geschwänzten böhmischen Löwen zeigen. Als nach dem Tod des Grafen Schlick das Münzrecht im Jahr 1528 an die böhmische Krone zurückfiel, waren ca. 2 Millionen der wertvollen Joachimstaler ausgemünzt, etwa dreimal soviel wie im sächsischen Annaberg. Es gab auch Teilstücke (1/4, 1/2) und einige wenige Doppelstücke.
Der Name Joachimstaler verdrängte die Bezeichnungen Gulden- oder Silbergroschen. Auch in Polen (Joachimik), Russland (Jefimok), Italien (Joachimico) und Frankreich (Jacondale) wurden daraus Münznamen gebildet. Der zweite Teil des Namens (Taler) wurde zur Bezeichnung für die Großsilbermünze schlechthin: Taler, Talar (polnisch), Tallero (italienisch), Daalder (niederländisch), Daler (schwedisch) und auch die Bezeichnung Dollar und Dala (Hawaii) leiten sich davon ab. In zeitgenössischen Dokumenten taucht gelegentlich die lateinische Form "vallensis" auf.

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