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Feudalmünzen

Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff (von lat. feudum = Lehen) die Münzen, die von den Lehnsherren der mittelalterlichen Feudalstaaten geprägt wurden. Besonders ausgeprägt war der Feudalismus in Frankreich, dort entwickelte sich die ausgeprägteste feudale Staatsordnung auf dem europäischen Kontinent. Die von der französischen Krone mehr oder weniger unabhängige Münzprägung aus dem Mittelalter (und später) wird im engeren Sinn als Feudalprägung bezeichnet. Die Schwächung der Zentralgewalt unter den letzten Karolingern und den ersten Kapetingern und die englischen Gebietsansprüche in Westfrankreich führten zum Erstarken weltlicher Lehnsherren, die nicht nur Kirchengüter in ihre Hand brachten und geistliche Ämter nach ihrem Gutdünken besetzten, sondern sich auch ohne die Einwilligung des Königs Münzrechte aneigneten. Im Hochmittelalter ließen im Gebiet Frankreichs mehr als 300 Münzherren ihre Münzen schlagen, wobei die Abhängigkeit vom französischen Thron verschieden stark oder schwach ausgeprägt war. Mächtige Herzöge und Grafen (Anjou, Aquitanien, Dauphiné, Gascogne, Navarre, Provence), Erzbischöfe (Arles, Cambrai, Reims) und Äbte (Cluny, St. Martin) prägten nahezu selbst ständig. Ein Dekret Ludwigs X. aus dem Jahr 1315 beschränkte die Zahl der Münzstätten auf 30 und die Prägungen auf Deniers (Pfennige) und Obole (Halbpfennige). Die mittelalterlichen Gepräge sind in Form und Stil meist den karolingischen Münzen nachempfunden. Doch schon im 15. Jh. entstand aufgrund der Schwächung des Königtums während des Hundertjährigen Krieges gegen England eine Reihe neuartiger Feudalprägungen. Die letzten Feudalmünzen datieren aus dem 17. Jh. und stammen aus den Münzstätten des Prinzen von Orange und der Prinzessinnen von Dombes.

Dombes, 1/12 Ecu 1665 der Anna Marie Louise de Boubon    Dombes, 1/12 Ecu 1665 der Anna Marie Louise de Boubon

Dombes, 1/12 Ecu 1665 der Anna Marie Louise de Boubon

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