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500-Euro-Schein
Der 500-Euro-Schein wurde am 4. Mai 2016 – rund 14 Jahre nach seiner Einführung – offiziell von der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeschafft. Obwohl die meisten Menschen die lila Banknote wohl nie in den Händen hielten, sorgte und sorgt ihre Abschaffung weiterhin für Unmut. War die Abschaffung des 500-Euro-Scheins der Anfang vom Ende des Bargeldes?
Erfahren Sie in unserem Lexikonbeitrag mehr über den 500-Euro-Schein und über die Hintergründe seiner Abschaffung.
Gestaltung des 500-Euro-Scheins
Von allen Nennwerten der Euro-Banknoten (5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200-Euro-Banknoten) stellt der 500-Euro-Schein das höchste Nominal dar. Zugleich ist er auch der physisch größte Schein mit einer Länge von 16 cm. Die Farbe des Scheins ist lila.
Die Motivwahl folgt der gängigen Gestaltung der Euro-Scheine: Auf allen Euro-Banknoten befinden sich Motive der Architektur, welche die Baustile der verschiedenen Epochen widerspiegeln sollen. So zeigt der 5-Euro-Schein als kleinstes Nominal Bauwerkskunst der Antike, während der 500-Euro-Schein moderne Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts abbildet. Die Vorderseite der Geldscheine zeigt dabei Gebäudeausschnitte von Fenstern, Türen und Toren der jeweiligen Stilepoche, während auf der Rückseite eine Brücke zu sehen ist. Symbolisch steht dies für die Offenheit und kulturelle Verbundenheit innerhalb der Währungszone.
Neben den typischen Sicherheitsmerkmalen verfügt der 500-Euro-Schein, wie alle Euro-Banknoten, über folgende Eigenschaften auf Vorder- und Rückseite:
| Vorderseite | Rückseite |
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Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins: Hintergründe und Kritik
Am 4. Mai 2016 – 14 Jahre nach der Euro-Einführung – entschied der Rat der EZB, den 500-Euro-Schein der zweiten Banknotenserie (ab 2013) nicht mehr herauszugeben. Erste Stimmen zur Abschaffung des Scheins kamen bereits 2013 auf, konnten sich jedoch vor der Einführung der zweiten Banknotenserie nicht durchsetzen. Die endgültige Ausgabe der nationalen Notenbank endete dabei am 26. April 2019 in Deutschland und Österreich, in anderen Euroländern bereits am 26. Januar 2019. Die Banknote kann jedoch nach wie vor als gültiges Zahlungsmittel eingesetzt und bei Nationalbanken in einem unbegrenzten Zeitfenster umgetauscht werden.
Befürworter der Abschaffung führten hauptsächlich folgende Gründe an:
- Eindämmung von Kriminalität: Befürworter sind der Ansicht, die Nutzung des 500-Euro-Scheins sei insbesondere für das organisierte Verbrechen attraktiv. Dank des Scheins ließen sich sehr hohe Geldsummen lagern und transportieren. Zudem werde speziell der 500-Euro-Schein bevorzugt für die Geldwäsche benutzt. Durch die Abschaffung der Banknote soll Kriminellen das Agieren bei Drogenhandel, Geldwäsche, Terrorfinanzierung und anderen schweren Straftaten deutlich erschwert werden.
- Geldhortung und alltägliche Relevanz: Der 500-Euro-Schein habe Befürwortern zufolge kaum Bedeutung im Alltag und werde von den meisten Menschen nicht als Zahlungsmittel genutzt. Eine Studie der EZB zufolge befanden sich zum Zeitpunkt der Entscheidung nur 30 % aller 500-Euro-Scheine im Umlauf des regulären Zahlungsverkehrs. Aufgrund ihres hohen Wertes und fehlender alltäglicher Bedeutung werde ein Großteil der Banknoten in privaten Depots als „Matratzengeld“ gehortet.
Kritiker der Abschaffung warfen dagegen ein, dass ein Ende der Banknote kaum einen Einfluss auf kriminelles Handeln ausüben werde. So sei etwa der Falschgeldanteil unter 500-Euro-Scheinen im Vergleich zu 50-Euro-Scheinen ohnehin verschwindend klein: 2019 existierten lediglich rund 1.000 gefälschte 500-Euro-Banknoten, während sich gleichzeitig rund 40.000 gefälschte 50-Euro-Scheine im Umlauf befanden.
Auch wurde kritisiert, dass aufgrund des zunehmenden Umtausches der 500-Euro-Scheine große Kosten entstehen könnten. Für den Umtausch eines 500er-Scheins müssen zahlreiche kleinere Banknoten gedruckt werden, wobei die Herstellung pro Schein rund 8 Cent beträgt. So entstünden durch den Umtausch einiger Hundert Millionen 500-Euro-Scheine Produktionskosten von einer halben Milliarde Euro.
FAQ zum 500-Euro-Schein
- Wird Bargeld bald ganz abgeschafft?
Viele Menschen haben die Befürchtung, dass Bargeld in naher Zukunft gänzlich verschwindet und die Abschaffung des 500-Euro-Scheins den Anfang hiervon markiert. Tatsächlich hat die EZB mehrfach betont, dass eine Abschaffung des Bargeldes im Euroraum nicht vorgesehen ist. Dies wurde sowohl nach dem Aus des 500-Euro-Scheins betont als auch im Laufe der folgenden Jahre bekräftigt. - Kann man mit einem 500-Euro-Schein bezahlen?
Ja, der 500-Euro-Schein ist nach wie vor ein zugelassenes Zahlungsmittel. Jedoch wird er – wie auch schon vor 2016 – nicht von allen Geschäften angenommen. Der Grund: Viele Betreiber befürchten, dass es sich um Falschgeld handelt, oder es ist nicht genügend Wechselgeld in der Kasse. - Wo kann man einen 500-Euro-Schein wechseln?
Die 500er-Banknoten können bei allen nationalen Banken für einen unbegrenzten Zeitraum umgetauscht werden.