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Viehgeld

Das Viehgeld diente als Teil des Naturalgeldes (aus tierischen und pflanzlichen Produkten) mit der Arbeitsteilung in vielen Frühkulturen von Naturvölkern (vor allem Hirtenvölker) der Übertragung von Vermögenswerten. Es wurde als Wertmesser und Wertmaß, zur Entlohnung von Dienstleistungen, zur Bezahlung von Schulden, Steuern und Bußen sowie als Opfergaben und als Kampf- und Siegespreis verwendet. In Mittel- und Südeuropa verwendete man vor allem Rinder und Kühe, in anderen Gebieten mögen auch Büffel, Pferde, Kamele und Rentiere ähnlichen Zwecken gedient haben. Kleinvieh wie Ziegen, Schafe Schweine, Hühner und gelegentlich auch Hunde waren beliebte Tauschmittel und wurden u.a. zur Entlohnung für Dienstleistungen verwendet.
Auch in Griechenland, Rom und bei germanischen Stämmen war Vieh vor der Einführung des Metallgelds als Wertmesser in Gebrauch, in deutschen Gebieten östlich des Rheins noch bis zur Karolingerzeit. Zahlreiche sprachliche Zeugnisse weisen auf den Zusammenhang zwischen Vieh und Metallgeld hin. Das sanskr. "Rupa" (Viehherde) gab der indischen Rupie den Namen. Das englische "fee" in seinen vielfachen Bedeutungen - u.a. als Abgabe, Besitz, Lehen, Lohn, Honorar - stammt von demselben (germanischen, gotischen) Wortstamm, wie das deutsche "Vieh". Das lat. "pecunia" (Geld) lässt über seine Abstammung "pecus" (Vieh) auf die frühe Verwendung von Viehgeld schließen.