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Grivna

Bezeichnung für eine Geld-, Gewichts- und Recheneinheit aus dem mittelalterlichen Russland, seit 1704 auch Münzbezeichnung für das 10-Kopeken-Stück (Grivennik). Vermutlich leitet sich der Begriff etymologisch von dem russischen "griva" (Mähne, Halsband) ab und bezeichnete wohl Halsschmuck, der für die ursprüngliche Form von Geld in Altrussland gehalten wird. Am fassbarsten ist noch die Silber-Grivna aus der "münzlosen Zeit" zwischen dem 12. und dem 13. Jh., als in den russischen Teilfürstentümern kein eigenes Silber gewonnen wurde. In dieser "münzlosen Zeit" wurde hauptsächlich über Nowgorod Silber eingeführt und zu Barren umgeschmolzen. Man unterscheidet die stangenförmige, jüngere Nowgoroder Grivna zu ca. 196 g (frühes 13 Jh.) von der älteren Kiewer Grivna zu ca. 160 g (12. Jh.), die meist in Form von länglichen Sechsecken umlief. Es gab noch weitere verschiedene Formen, besonders runde Gusskuchen und längliche Formen mit abgerundeten Enden kommen vor. Die schmalen, stangenförmigen Barren (ca. 102 g) von Smolensk und Westrussland werden als "litauische Grivna" bezeichnet. Die Bedeutung der eingeritzten Namen blieb bisher ungeklärt: Der mutmaßliche Bezug auf Personen, die das Stück gewogen, gegossen oder besessen hatten, bleibt Spekulation. Im 13. Jh. löste der Rubel als Zahlungsmittel in Form eines Silberbarrens im Gewicht von etwa 200 g die Grivna ab. Die Grivna-Kun (Kuna) war eine Recheneinheit zu 1/22 Grivna. 
Der junge ukrainische Staat hat geplant, die Grivna zur neuen Währungseinheit zu machen, dieses Vorhaben wurde aber bisher noch nicht verwirklicht.

    

Grivna 1704, Zar Peter I. der Große (1682)-1752)