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Glühen

Unter Glühen versteht man das Erhitzen von Metallen bis zu einer bestimmten Temperatur, die vor dem Erreichen des Schmelzpunktes liegt. Danach werden die Metallteile langsam abgekühlt, um Spannungen und Ungleichheiten der Metall-Kristalle zu beseitigen, die vorher durch Walzen, Hämmern und Prägen entstanden sind. Das Metall wird dadurch wieder zu einem gleichmäßig feinen Gefüge, das zur weiteren Verarbeitung besser geeignet ist. 
In der Münztechnik wurden früher Zaine durch mehrfaches Kaltwalzen auf die fünffache Länge gestreckt, um so die Metallbänder auf die erforderliche Dicke zu reduzieren. Durch die Kaltverarbeitung verdichtete sich das Metall so sehr, dass es zur weiteren Verarbeitung zu hart und zu spröde wurde. Durch Glühen (zwischen jedem zweiten Walzen) wurde der Werkstoff in einem speziellen Glühofen wieder geschmeidig gemacht. Der Vorgang fand unter Luftabschluss statt, um Metalloxidationen zu vermeiden, die vor allem bei Kupfer und dessen Legierungen auftraten. Schwer verformbare Legierungen werden noch heute in einer Gasatmosphäre geglüht, die sie vor Oxidation schützt. Bei dem von Natur aus schon geschmeidigeren Gold ist das Zwischenglühen nicht unbedingt erforderlich, doch wirkt sich der Vorgang bei Goldlegierungen auch günstig auf die Verformbarkeit bei der Weiterverarbeitung aus.
In neuerer Zeit werden die aus den Metallbändern ausgeschnittenen Platten (Ronden) in einer Schutzgasatmosphäre geglüht, um sie für den Prägevorgang geschmeidig zu machen. Silber-Kupfer-Legierungen werden absichtlich unter Luftzufuhr geglüht, damit sich an der Oberfläche ein Kupferoxid bildet. Nach dem Beizen entsteht so die beabsichtigte Schicht Feinsilber an der glänzenden Münzoberfläche