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Freundschaftsmedaillen

Sammelbezeichnung für Medaillen, die sich in Schrift oder Bild auf die Freundschaft beziehen. Sie entstanden in der Mitte des 16. Jh.s und erlebten ihre Blütezeit im ausgehenden 17. Jh. sowie unter dem Einfluss der Romantik und des Biedermeier auch in der ersten Hälfte des 19. Jh.s. Bekannte Medailleure wie G. Hautsch (Nürnberg), P. H. Müller (Augsburg), C. Wermuth (Gotha), J. Kittel (Breslau), D. F. Loos (Berlin) u.a. stellten Freundschaftsmedaillen her. Interessanterweise fand das Phänomen in Norddeutschland, Skandinavien, Niederlande, England und Frankreich keine Nachahmung. 
Die beliebteste und älteste Darstellung der Freundschaft war wohl das biblische Motiv mit den Freunden David und Jonathan. Auch die Eiche (meist efeuberankt) Palme und Palmzweig (auch Friedenszeichen) oder verschlungene Hände (auch Zeichen für politische Bündnisse, der Bruderschaft der Freimaurer oder auf Hochzeitsmedaillen) u.a. wurden abgebildet. Im 19. Jh. dominierten eher Motive wie Kränze, Denkmal mit Vase oder brennender Altar, die Abgrenzung zu Liebesmedaillen ist fließend. Die Beschriftungen lauten z. B. "Wir sind Gebrüder", "Ich will dir tun, was dein Herz begehrt" oder lateinisch "semel et semper" (immer und ewig).

Silbermedaille von Wermuth auf die Freundschaft    

Silbermedaille von Wermuth auf die Freundschaft