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Votivmünzen

Römische Münzen der Kaiserzeit, die schon seit Augustus, besonders oft seit der Zeit der Tetrarchie, vorkommen und deren Gepräge sich auf öffentliche Gelübde (lat. Vota publica), Versprechungen und Pläne der Kaiser beziehen. Die kaiserlichen Gelübde wurden meist beim Amtsantritt oder zu Jahresbeginn im folgenden Jahr abgelegt, vermutlich im Rahmen eines religiösen Zeremoniells oder waren begleitet von 5- oder 10-Jahresfeiern (Quinquennalien oder Decennalien). Wenn z.B. ein lange andauernder Krieg erwartet wurde, konnte die Siegesversprechung auf Jahre hinaus im voraus gemacht werden, meist wurden sie im 5- oder 10-Jahresrhythmus erneuert. Diese Münzen sind zu erkennen an den Aufschriften: V., VOT(IS) oder VOTA, das in Verbindung mit P(VBLICA) und SVSCEPTA (zukünftig noch einzulösende Gelübde) oder SOLVTA (bereits erfüllte Gelübde) und römischen Zahlen (meist V, X, XV, XX oder multis XX usw.) steht, die auf den Zeitraum der Versprechungen Bezug nehmen. Das Beschriftungssystem ist nicht durchgängig angewendet worden ("suscepta" und "soluta" fehlen zunehmend). Von Kaiser Probus (276-282 v. Chr.) existiert die Typenvariante eines Antoninian, die auf der Vs. seine Halbbüste mit Lanze und Schild zeigt, auf letzterem die Aufschrift VOTI X ET XX, obwohl er nur sechs Jahre regiert hat. Die römischen Votivmünzen zeigen oft Götter (besonders Victoria) und Kaiser im Zusammenhang mit Opferszenen. Die römischen Zahlen erscheinen oft auf Schilden und im Kranz.