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Kontorniaten

Numismatischer Sammelbegriff für römische Medaillons in Sesterzgröße aus der späteren Kaiserzeit (4.-5. Jh.) mit auffälligem, sich scharf abzeichnendem Rand, der nachträglich durch eine tiefe Rille eingeschliffen wurde. Die Bezeichnung kommt vom ital. contorno und bedeutet etwa Randstück. Die meisten Kontorniaten sind aus Messing oder Bronze, es existieren aber auch andere Legierungen. Typische Erkennungszeichen für die meist geprägten Medaillen sind eingeritzte Monogramme, das Palmzeichen und das rätselhafte P- und E-Zeichen. Die Münzbilder der relativ großen Stücke zeigen auf der Vs. häufig Bilder alter Herrscher, Dichter, Heroen und Götter, die Darstellungen auf der Rs. beziehen sich auf Zirkus-, Theaterspiele, Wagenrennen u.ä. Obwohl es über hundert verschiedene Typen gibt, sind die Kontorniaten heute sehr selten und dementsprechend teuer. 
Ihr Zweck ist noch immer nicht geklärt: Spekulationen erstrecken sich über eine Verwendung als Spiel- oder Ausweismarken oder Siegespreise bei Spielen bis zur Vermutung, dass es sich um Erinnerungsmedaillen handelt. Prof. Alföldi schließt von der auffallend häufigen Abbildung heidnischer Gottheiten und antichristlicher Herrscher auf eine propagandistische Verwendung gegen die christlichen Kaiserhäuser seitens oppositioneller Kreise des Senats.